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Spekulationen um Sachsensumpf schon 2003 - Chemnitzer Richter als Zeuge im Landtag

Spekulationen um Sachsensumpf schon 2003 - Chemnitzer Richter als Zeuge im Landtag

Spekulationen um einen sogenannten Sachsensumpf gab es in der Justiz des Freistaates schon lange vor dem Auftauchen der Vorwürfe in Medien. Das berichtete der frühere Chemnitzer Richter Christian Wirth am Mittwoch im Untersuchungsausschuss des Landtages.

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Der Sächsische Landtag in Dresden. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Konkret gab der 66-Jährige das Jahr 2003 an. Damals sei er am Rande eines Prozesses von einem Mann angesprochen worden. Der habe ihm eine Liste mit etwa 12 bis 14 Namen hochrangiger Leipziger Justizmitarbeiter vorgelegt, die etwa zur Hälfte des Schätzwertes Immobilien erworben haben sollen, sagte er und bekräftigte eine frühere Aussage bei der Dresdner Staatsanwaltschaft. Wirth geht davon aus, dass er seinerzeit einen Polizisten oder Verfassungsschützer vor sich hatte, weil der Mann Detailkenntnisse besaß.

Der U-Ausschuss soll klären, ob in den 90er-Jahren Netzwerke der Organisierten Kriminalität im Freistaat existierten. Davon hatten Medien 2007 mit Verweis auf Akten des Verfassungsschutzes berichtet. Die kriminellen Netzwerke sollten angeblich bis in die Politik und Justiz hineinreichen. Sachsens damaliger Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) heizte damals mit seiner legendären „Mafia-Rede“ im Landtag die Gerüchteküche an. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erbrachten nichts Greifbares. Die Regierung setzte eine externe Aufklärergruppe ein. Die Experten stellten fest, dass die Akten aufgebauscht waren und der Geheimdienst mangelhaft beaufsichtigt wurde. Die Opposition sieht dennoch weiter offene Fragen.

Wirth war seinerzeit der bekannteste Richter in Chemnitz. Als Chef des Schwurgerichtes verhandelte er alle spektakulären Mordfälle. 2001 bekam er nach eigenem Bekunden irrtümlich Akten auf den Tisch, bei denen es um eine Wiederaufnahme des Verfahrens um einen Anschlag auf den Firmenjuristen der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft ging:

Martin Klockzin war 1994 durch drei Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Zwei Immobilienmakler aus dem Allgäu hatten Kleinkriminelle angestiftet, Klockzin einen Denkzettel zu verpassen. Der Fall gilt als ein zentraler Punkt in der Sachsensumpf-Affäre. Nach Angaben von Wirth wies das Verfahren Parallelen zu einem anderen aus Leipzig auf, das er selbst nach einer Rückverweisung des Bundesgerichtshofes auf den Tisch bekam.

Wirth war Ende 1999 bundesweit in die Schlagzeilen geraten, als er Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in der Spendenaffäre wegen des Verdachts der schweren Bestechlichkeit anzeigte und einen Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr beantragte. Kohl hatte damals die Namen der Spender nicht nennen wollen. Wirth ging am Mittwoch in Dresden in einer Randbemerkung auf seine Anzeige ein. Ihm sei damals klar gewesen, dass er damit seine weitere Karriere „versaut“ habe, bekannte er.

dpa

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