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Sprengung am Kraftwerk Lippendorf - Bunkerschwerbau verschwindet

Sprengung am Kraftwerk Lippendorf - Bunkerschwerbau verschwindet

Lippendorf. Die Tage des Bunkerschwerbaus des Altkraftwerkes Lippendorf (Kreis Leipzig) sind gezählt. Am Sonnabend erfolgte gegen 11 Uhr die Sprengung auf dem Gelände des Industrie und Gewerbezentrums Am Kraftwerk Lippendorf.

Hunderte Schaulustige, angerückt mit Campingstühlen und Thermoskannen, verfolgten das Spektakel.

"Wir hatten ideale Wetterbedingungen, die Staubwolke ist schnell abgesunken", sagte Rudolf Kärcher, Geschäftsführer der Standortentwicklung und Immobilienservice GmbH (Biq). Die Gesellschaft ist für den Abbruch verantwortlich.

"Seit Monaten haben wir auf diesen Tag hingearbeitet", erklärte der Biq-Projektleiter, Frank Nakoinz. Auf seinem Tisch liefen in den vergangenen Wochen die Fäden in Vorbereitung auf den Abbruch des Maschinenhauses und die Sprengung des Bunkerschwerbaus zusammen.

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Lippendorf. Die Tage des Bunkerschwerbaus des Altkraftwerkes Lippendorf (Kreis Leipzig) sind gezählt. Am Sonnabend erfolgte gegen 11 Uhr die Sprengung auf dem Gelände des Industrie und Gewerbezentrums Am Kraftwerk Lippendorf. Hunderte Schaulustige, angerückt mit Campingstühlen und Thermoskannen, verfolgten das Spektakel.

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Der Gebäudekomplex war noch ein Teil aus dem im Jahr 1965 gebauten Kraftwerk Lippendorf. Es diente der Versorgung der Böhlener Werke und zur Grundlastversorgung der südlichen DDR. Im Auftrag der Vattenfall Europe AG reißt die Biq den Gebäudekomplex ab. Für das Rückbauvorhaben setzt Vattenfall Europe AG eine siebenstelliger Summe ein.

"Im November 2010 begann die Planungsphase für dieses anspruchsvolle Projekt. Im April diesen Jahres haben wir die ersten Abstimmungen mit den ansässigen Unternehmen des Gewerbegebietes durchgeführt. Dazu gehörte natürlich auch eine Informationsveranstaltung für die Einwohner von Lippendorf", so Nakoinz weiter.

Bei Sprengungen dieser Größenordnung seien Sicherheitszonen unumgänglich. Der durch die Landesdirektion Dresden, Abteilung Arbeitsschutz, festgelegte Sperrkreis betraf auch einen Teil der Ortschaft Lippendorf. "Für den Zeitraum der Sprengung mussten sechs Familien der Hauptstraße ihre Häuser verlassen. Wir werden die evakuierten Anwohner für ihre Unannehmlichkeiten zu entschädigen", erklärt die Projektmanagerin für Standortentwicklung der Biq, Friederike Wagner.

Den Sperrkreis durfte von 9 Uhr an keine Person mehr betreten. "Wir haben die Messlatte sehr hoch gelegt, was Sicherheitsvorkehrungen betrifft", so Nakoinz.

"Seit April liefen die notwendigen Abstimmungen mit den direkt betroffenen Nachbarn Mibrag, Envia und Kraftwerk Lippendorf", erläutert Nakoinz. So wurde unter anderem die Kohlebandbrücke der Mibrag im Bereich der Baustelle mit einer Schutzrüstung umhüllt, um sie vor Beschädigungen durch den Rückbau zu schützen.

 

Auf der benachbarten Baustelle der Envia werden gegenwärtig die Fundamente für die neue Freiluftschaltanlage errichtet, die bis 2012 fertig gestellt werden soll. "Aufgrund der Sensibilität dieses Neubaus ist die Sprengung des Bunkerschwerbaus im Vorfeld notwendig", erklärt Nakoinz.

Die Sprengung lag in den Händen der Firma TVF Altwert GmbH, die bereits den Schornstein des Altkraftwerks 2005 sprengte. Insgesamt war ein Gebäudekomplex mit einer Länge von 220 Metern und einer Maximalhöhe von 50 Metern zu sprengen. Dafür mussten 1000 Löcher für den Plastiksprengstoff gebohrt werden.

Um die Erschütterungen abzufedern, wurde extra ein Fallbett aus Sand errichtet. "Gegen den Staub hat die Sprengfirma einen Wasservorhang aufgebaut, um die Belastungen für das Umfeld zu minimieren", weiß Nakoinz.

Gislinde Redepenning/Cornelia Braun

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