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Stadt der Liebe: Chemnitz toleriert Schlösserbrücke

Stadt der Liebe: Chemnitz toleriert Schlösserbrücke

In Chemnitz werden neuerdings Symbole unzertrennlicher Liebe toleriert. Die Stadt will künftig keines der am Geländer einer Holzbrücke angebrachten Vorhängeschlösser mehr entfernen.

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Chemnitz' Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig forderte ihre Bürger indirekt zu mehr Liebesbeweisen in Schlossform auf. (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Chemnitz. „Wir wollen der Romantik nicht im Wege stehen“, sagte Rathaussprecherin Katja Uhlemann der Chemnitzer „Freien Presse“.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) rief die Chemnitzer am Dienstag indirekt sogar dazu auf, den bisherigen zwölf Schlössern weitere Liebestaten folgen zu lassen. „Ich hoffe, dass es ganz viele Liebespaare in Chemnitz gibt“. Die Stadt denke dabei „gewinnorientiert“ und erhoffe sich „gute Ergebnisse“, fügte Ludwig hinzu, ohne den bislang eher unterdurchschnittlichen Altersdurchschnitt in der „Stadt der Moderne“ ausdrücklich zu erwähnen.

Die Schlösser tragen Aufschriften wie „Robert liebt Anne“. „Was kann der Stadt Besseres passieren als Liebespaare“, sagte Ludwig. Liebesbeweise galten in Chemnitz bislang aber eher als unwillkommen: Zu Jahresanfang hatte das Tiefbauamt einen Liebesbeweis an der Brücke noch wegen „unerlaubter Nutzung öffentlicher Einrichtungen“ entfernen lassen. Später wurde die Beseitigung weiterer Schlösser vom Amt mit möglichen Schäden am Maschendrahtgeflecht des Brückengeländers begründet.

Die Idee findet inzwischen in immer mehr deutschen Städten Anhänger. Dabei befestigen Paare ein mit ihren Namen oder Initialen geschmücktes Vorhängeschloss an einer Brücke. Anschließend werfen sie den Schlüssel in den Fluss. Das Ritual soll ewige Liebe beschwören, wie einst in Baumrinde geritzte Herzen. Richtig populär wurde die Idee als Zeichen dauerhafter Verbindung 2006 durch den Roman „Ich steh auf dich“ des italienischen Schriftstellers Federico Moccia. In Rom war das Aufhängen der Liebesschlösser vorübergehend verboten worden, nachdem eine Laterne unter ihrem Gewicht zusammenbrach.

dpa

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