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Stange triumphiert - CDU verliert letztes Rathaus in einer Großstadt

Oberbürgermeisterwahl in Dresden Stange triumphiert - CDU verliert letztes Rathaus in einer Großstadt

Kann die CDU nicht mehr Großstadt? Auch in Dresden wird wohl künftig kein CDU-Oberbürgermeister mehr regieren. Das beste Ergebnis im ersten Wahlgang erzielte mit exakt 36 Prozent Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Die Wahl entscheidet sich aber erst im zweiten Durchgang.

Da rücken sie schon zusammen: Bürgermeisterkandidat Dirk Hilbert (FDP, l.) und Markus Ulbig (CDU, M.) wollen bei der Stichwahl am 5. Juli gegen Eva-Maria-Stange (SPD, mit Unterstützung von Linken, Grünen und Piraten) ihre Wählerpotenziale bündeln.

Quelle: dpa

Dresden. Mit Dresden geht der Union offenbar die letzte deutsche Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern verloren. Nachdem er bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag mit 15,4 Prozent im ersten Wahlgang abgeschlagen auf dem dritten Platz landete, kündigte Sachsens Innenminister und CDU-Kandidat Markus Ulbig Gespräche mit dem Ersten Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an. Hilbert, der für ein unabhängiges bürgerliches Lager kandidierte, kam auf 31,7 Prozent. Das beste Ergebnis im ersten Wahlgang erzielte mit exakt 36 Prozent Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Sie war für ein von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit unterstütztes Bündnis ins Rennen gegangen. Der zweite Wahlgang ist am 5. Juli.

CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer erklärte mit Blick auf die angekündigten Gespräche mit Hilbert, Ziel sei ein gemeinsamer bürgerlicher Kandidat für diesen zweiten Wahlgang. Dresden war bis zum gesundheitsbedingten Ausscheiden von Helma Orosz Ende Februar die letzte verbliebene Großstadt mit einer CDU-Bürgermeisterin. Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag mit über 50 Prozent deutlich über der von 2008 (42,2 Prozent).

CDU, FDP und AfD wollen rot-rot-grüne Bürgermeisterin verhindern

Ulbig betonte, das Ergebnis mache deutlich, dass es in Dresden keine rot-rot-grüne Mehrheit gebe. „Sie wollen keinen Oberbürgermeister oder keine Oberbürgermeisterin, die auf ein solches Bündnis gegründet ist.“ Hilbert erklärte, bei dem Gespräch mit Ulbig wolle er über gemeinsame Schnittmengen sprechen. „Am Ende des Tages geht es mir darum, eine breite Stadtgesellschaft zu vereinen, denn als Oberbürgermeister muss man für alle Dresdner da sein.“ Er habe viele Unterstützer aus der Union und von Anfang an angekündigt, auf Sieg zu gehen. „Und das werde ich erst recht mit diesem Wahlergebnis tun.“ Hilbert führt die Stadt bereits seit dem Ausscheiden Orosz’. Auch AfD-Politiker und Bürgermeisterkandidat Stefan Vogel kündigte an, im zweiten Wahlgang Stange verhindern zu wollen. Seinen Rückzug nach dem Ergebnis von 4,8 Prozent gab er jedoch noch nicht bekannt.

Stange will im zweiten Wahlgang ebenfalls auf Wähler aus dem bürgerlichen Lager bauen. „Wähler kann man nicht verpflichten, einen anderen Kandidaten zu wählen. Sie entscheiden mit dem eigenen Kopf.“ Sie fände es aber bedauerlich, wenn Ulbig im zweiten Durchgang nicht mehr anträte.

Neben Dresden wurden in 222 weiteren sächsischen Städten und Gemeinden Bürgermeister gewählt. Auch in der viertgrößten Stadt, in Zwickau, muss ein zweiter Wahlgang die Entscheidung bringen, nachdem Amtsinhaberin Pia Findeiß (SPD) mit 49,9 Prozent knapp die absolute Mehrheit verpasste. Außerdem wurden die Landräte in den zehn Landkreisen neu bestimmt. Hier konnte die CDU alle Landratsämter behaupten. Landesweit waren 2,8 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

(mit dpa)

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CDU ist auf dem Land stark und holt alle zehn Landratsposten

In zehn sächsischen Landkreisen ist am Sonntag gewählt worden. Außerdem fanden in 223 Städten und Gemeinden Bürgermeisterwahlen statt. Dabei zeigte sich erneut: Die Union trifft das Lebensgefühl der Städter nicht mehr. In Großstädten tendieren die Menschen zu Linken, SPD und Grünen. Auf dem Land hat die Union noch Erfolg.

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