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Stiftungsrat stimmt Konzeption für Stasi-Gedenkstätte in Erfurt zu

Stiftungsrat stimmt Konzeption für Stasi-Gedenkstätte in Erfurt zu

Im Dauerstreit um die Erfurter Stasi-Gedenkstätte Andreasstraße hat der Stiftungsrat der Stiftung „Gedenken-Erinnern-Lernen“ am Mittwoch erste Pflöcke gesetzt.

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Im ehemaligen Stasi-Gefängnis soll eine Gedenkstätte eröffnet werden.

Quelle: dpa

Erfurt. Er stimmte nach Angaben des Kultusministeriums mit einer Gegenstimme der Rahmenkonzeption zum Ausbau einer Gedenk- und Bildungsstätte zu, die an die Überwindung der SED-Diktatur in Thüringen erinnern soll. Die unterschiedlichen Positionen zwischen Experten und Ex-Häftlingen scheinen damit noch nicht beigelegt. Die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert, hatte vorab in der „Thüringer Allgemeinen“ (Mittwoch) erklärt, gegen das Konzept zu stimmen. Nach wie vor seien die Vorstellungen der Opfer zu wenig berücksichtigt.

Die Ausstellung soll im Sommer 2012 eröffnet werden. Das Land Thüringen gibt dafür mehr als fünf Millionen Euro. Stiftungsratsvorsitzender und Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) signalisierte nach der Sitzung weiter Gesprächsbereitschaft.  Die Andreasstraße beziehe ihre Authentizität aus ihrer Geschichte als Stasi-Gefängnis. „Wir wollen die große Geschichte über ganz persönliche Geschichten vermitteln.“ Dafür seien jetzt die Weichen gestellt worden.

Die Ausstellungskonzeption setze bei den Schicksalen der Zeitzeugen an, sagte Matschie. Der Verein „Freiheit“, dem ehemalige Stasi-Häftlinge angehören, hatte dagegen immer wieder moniert, dass der DDR-Diktatur in der Gesamtheit zu viel Raum eingeräumt werde. Außerdem seien die Opfer bei der Entwicklung von Ideen immer wieder überstimmt worden. Der Verein hatte deshalb die Zusammenarbeit mit dem Ministerium ausgesetzt.

Matschie: „Wir bauen nach wie vor gerade auch auf die Opfer und Zeitzeugen, wenn es um das Feinkonzept für die Andreasstraße geht. Ihre Mitwirkung ist mir ein wichtiges Anliegen.“ Die Rahmenkonzeption sieht vor, originale Häftlingszellen als Zeugnis für den Stasi-Terror zu erhalten und in einem Museumsteil das Stasi-Thema als Teil der DDR-Geschichte umfassend darzustellen. Die Stelle des Leiters der Gedenkstätte soll bundesweit ausgeschrieben werden.

Laut „Thüringer Allgemeine“ sind die Opferverbände auch untereinander zerstritten. Unter anderem werfe der Vize-Präsident des Verbandes der Opfer des Stalinismus, Ronald Lässig, Neubert vor, ihn und Thüringens Bildungsstaatssekretär Thomas Deufel mit der SED-Führung zur Zeit des 17. Juni 1953 gleichzusetzen. Landtagssprecher Detlef Baer sagte der Nachrichtenagentur dpa, von Lässig sei eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Neubert eingegangen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Birgit Pelke erklärte, es komme nun darauf an, die Debatte mit allen Beteiligten bald zu Ende zu führen und „persönliche Animositäten beiseite zu lassen“. Sie zeigte sich enttäuscht von den Äußerungen Neuberts. Sie sei zu einer neutralen Amtsführung verpflichtet und daher gut beraten, ihr Engagement im Verein „Freiheit“ und ihr Amt nicht miteinander zu vermischen.

Der neue Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hatte vor Wochen angemahnt, Opfer, Historiker und Politiker sollten sich nicht „im Klein-Klein verhakeln“. Es gebe ein gemeinsames Ziel, aufzuklären, was diese Diktatur DDR bedeutet hat.

dpa

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