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Streik und frühzeitiger Ersatzfahrplan sorgen für Stillstand bei der Bahn – Reisende überrascht

Streik und frühzeitiger Ersatzfahrplan sorgen für Stillstand bei der Bahn – Reisende überrascht

Nichts geht mehr auf der Schiene: Pünktlich um 14 Uhr hat am Mittwoch der bundesweite Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL begonnen. Wie Gewerkschaftchef Claus Weselsky auf dem Leipziger Hauptbahnhof sagte, sind 2000 bis 5000 Kollegen aus Fern-, Regional- und Güterverkehr für 14 Stunden in den Ausstand getreten.

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Lange Schlangen am Service-Point der Deutschen Bahn: Die Zugausfälle durch den Sonderfahrplan trafen die Reisenden am Mittwoch unvorbereitet.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig/Berlin.  

Angesichts eines bereits in der Nacht in Kraft getretenen Ersatzfahrplans der Deutschen Bahn waren allerdings schon zuvor große Teile des Fernverkehrs vor allem in den Neuen Bundesländern zum Erliegen gekommen. Das überraschte viele Reisende unter anderem auch in Leipzig, weil die Bahnkunden erst deutlich später mit Ausfällen und Behinderungen gerechnet hatten.    

Reisende von frühen Ausfällen überrascht: „Wer soll mir das bezahlen?“

 

Die Aschaffenburgerin Elke Akermann wollte beispielsweise am Vormittag am Hauptbahnhof einen Zug in ihre Heimat nehmen, nachdem sie in der Messestadt eine Kulturveranstaltung besucht hatte: „Ich wusste ja, dass die Lokführer ab heute Nachmittag streiken wollten. Warum jetzt keine Züge fahren, kann ich mir im Moment noch nicht erklären“, so die 55-Jährige ratlos gegenüber LVZ-Online.

 

Ein ebenfalls nicht in Leipzig lebendes Ehepaar, das seinen Namen nicht nennen wollte, hatte die Absicht über die Messestadt in Richtung Dresden zu einer Geburtstagsfeier zu fahren. Auch diese Beiden blieben am Mittwochvormittag stecken. Bei der kurzfristigen Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit verschlechterte sich die Laune noch weiter. „Ich habe kein Verständnis für den Streik bei der Bahn und finde das eine Unverschämtheit“, so der Reisende, der anfügte: „Im Moment bekommt man hier auch kein Hotel unter 200 Euro die Nacht, wer soll mir das bezahlen?“  

GDL-Vorsitzender Weselsky warf der Deutschen Bahn vor, durch einen verfrühten Ersatzfahrplan den Streik seit Mitternacht verlängert zu haben. Kritik am zweiten Ausstand seiner Gewerkschaftsmitglieder innerhalb von acht Tagen wies er zurück. „Das ist unser gutes Recht“, betonte Weselsky.

 

Wie es in einer Mitteilung der DB am Mittwoch hieß, blieben bundesweit zahlreiche IC-, ICE- und EC-Züge am Morgen an ihren Startbahnhöfen, um zu verhindern, dass diese durch außerplanmäßiges Abstellen auf Zwischenhalten während des Streiks nach Ende des Ausstandes nicht zur Verfügung stehen. „So sollen die Auswirkungen für die Kunden möglichst gering gehalten werden“, erklärte die Bahn.  Reisende hätten ihre veränderten Zugverbindungen zudem seit Dienstagabend auf der Website der Bahn abrufen können, so der Konzern.

Fahrkarten können zurückgegeben werden

 

Fahrgäste die nun von Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten betroffen sind, sollten ihr Fahrkarten und Reservierungen in den Reisezentren des Unternehmens erstatt bekommen, hieß es. „Alternativ können Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen“, so die DB weiter.

 

Erst in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche hatte ein neunstündiger Streik den Bahnverkehr gelähmt und auch tagsüber noch zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen geführt. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Die Lokführergewerkschaft will auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen sowie Disponenten verhandeln, die in den Leitzentralen Züge und Personal koordinieren. Dabei rivalisiert sie mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Bahn will aber konkurrierende Tarifverträge verhindern, deshalb scheiterten bislang die Verhandlungen.

Matthias Puppe / Dirk Knofe / dpa

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