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Studenten atmen auf: Unis und VG Wort einigen sich vorerst

Urheberrecht Studenten atmen auf: Unis und VG Wort einigen sich vorerst

Die Studenten an den deutschen Universitäten können aufatmen. Nach längerem Streit haben sich die Hochschulrektorenkonferenz und die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort auf einen vorläufigen Kompromiss bei der Vergütung von digitalen Kopien geeinigt.

Die Studenten an den deutschen Universitäten können aufatmen.

Quelle: dpa

Dresden. Die Studenten an den deutschen Universitäten können aufatmen. Nach längerem Streit haben sich die Hochschulrektorenkonferenz und die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort auf einen vorläufigen Kompromiss bei der Vergütung von digitalen Kopien geeinigt. Andernfalls wäre die Lehre der Studenten im kommenden Jahr wohl stark beeinträchtigt worden.

Wenn Unis ihren Studenten digitalen Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen ermöglichen, müssen sie dafür einen gewissen Obolus an die Autoren zahlen. Das Geld sammelt die VG Wort ein und verteilt es dann an die Autoren. Bisher zahlen Hochschulen eine Pauschale. Nach einem Gerichtsurteil von 2013 will die VG Wort nun auf Einzelabrechnung umstellen, was an den Unis aber Mehraufwand verursacht hätte.

Sie hätten dann jeden einzelnen Buchausschnitt und jeden einzelnen Aufsatz, den ihre Studenten herunterladen können, einzeln melden müssen – den Aufwand wollten viele Lehrende nicht auf sich nehmen. Die Studenten hätten dann wieder zurück in die Bibliotheken gemusst, statt sich die Werke am Bildschirm anzusehen.

Wie Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Freitag mitteilte, haben sich beide Seiten nun darauf geeinigt, das laufende Verfahren bis September 2017 zu verlängern. In dieser Zeit soll eine für alle Seiten praktikable Lösung gefunden werden. Laut „Tagesspiegel“ wird als Kompromiss nun eine Art Flatrate diskutiert, in der eine konkrete Zahl von Studenten und die Zahl der in einem Semester eingestellten Titel berücksichtigt werden könnte.

„Ich plädiere an die Verhandlungspartner, sich in den kommenden Monaten für eine Lösung einzusetzen, die die Interessen sowohl der Nutzer als auch der Autoren und der Verlage fair ausbalanciert“, so Ministerin Stange. “Studierende und Forscher sind auf den freien digitalen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen angewiesen. Urheber- und Autorenrechte sind zu schützen, doch ihre Verwertung darf den Zugang zu digitalen Publikationen nicht unmöglich machen. Texte und Materialien, die die Bibliotheken zunehmend digital und online zur Verfügung stellen, müssen genauso gut zugänglich sein, wie die Werke in den Lesesälen“, sagte die Ministerin.

Beate Schücking, Rektorin der Universität in Leipzig, sprach am Freitag von einem wichtigen Schritt in die richtige Richtung. "Ich bin froh darüber, dass unsere Studierenden zunächst zunächst einmal weiter wie gewohnt digitale Lehrmaterialien nutzen können."

Auch der Studentenrat (Stura) der TU Dresden begrüßte die Einigung. „Der erwartete Super-Gau, welcher mit dem Ende der Pauschalvergütung an den Hochschulen Einzug gehalten hätte, wurde von Seiten der Verantwortlichen für neun Monate ausgesetzt. Für die Lehre ist dies jedoch nur ein Teilerfolg, da die Zukunft des Umgangs mit digitalem Unterrichtsmaterial ungewiss bleibt.“, erklärte Referent Matthias Lüth. „Die Lösung der Einzelabrechnungen ist von Seiten der Lehrenden und der Studenten nicht tragbar. Wir als Studentenvertretung möchten bei der Erarbeitung dieser Lösung beteiligt werden und diese in den nächsten Monaten kritisch begleiten. Die Bereitstellung von digitalen Inhalten ist für die heutige Hochschullandschaft unbedingt notwendig und sollte im Interesse aller sein.“, so Stura-Sprecher Marius Walther.

sl (mit joka/dpa)

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