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Studie: Begriff Ostmarke ist überholt

Rotkäppchen, Fit und Zetti Studie: Begriff Ostmarke ist überholt

Ostmarken waren gestern. So sieht es eine Studie. Die Traditionsmarken von einst setzen inzwischen stärker auf einheimische Verbraucher.

Rotkäppchen-Sekt verbinden viele mit der DDR - doch der Begriff Ostmarke ist überholt, sagt eine Studie. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Der Begriff Ostmarke ist einer Untersuchung zufolge nicht mehr zeitgemäß. Das ist das Ergebnis der West-Ost-Markenstudie 2016, die am Mittwoch in Leipzig vorgestellt wurde. Demnach verfolgt kaum eines der traditionellen ostdeutschen Markenunternehmen noch eine übergreifende Ost-Strategie. «Wir stellen fest, dass aus vielen ehemals ostdeutschen Marken starke regionale Marken geworden sind», sagte der Geschäftsführer des Erfurter Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK), Sören Schiller. Der große Teil der Marken aus den neuen Ländern sei nur in einem Bundesland stark, gegebenenfalls noch in angrenzenden Regionen. «Ostmarken waren gestern, heute zählt die Region», lautet das Fazit.

Das IMK und MDR-Werbeexperten hatten im Sommer 2016 in einer nach eigenen Angaben repräsentativen Umfrage 3000 Verbraucher in Ost und West zu 67 Marken befragt. Zudem wurden Gespräche in den Unternehmen geführt. Daraus geht den Angaben zufolge hervor, dass nur wenige Produkte aus dem Osten auch im Westen signifikant bekannt sind, etwa Rotkäppchen Sekt, Hasseröder und Radeberger Bier. Jedem Zweite im Westen sind sie ein Begriff.

Da der regionale Fokus bei den Ostprodukten an Bedeutung gewinnt, wollen sich die Experten bei der Untersuchung 2017 hauptsächlich auf Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konzentrieren. Geprüft werde auch, ob die traditionelle West-Ost-Markenstudie, die seit 2010 jährlich erhoben wird, so noch zeitgemäß sei, sagte Schiller.

Mobilität in Ost und West war ein Sonderthema der Markenstudie 2016. Demnach fahren die Deutschen überwiegend mit dem Auto zu Arbeit, im Westen spielt der eigene Wagen (62 Prozent) eine größere Rolle als im Osten (55 Prozent). Der Arbeitsweg dauert im Schnitt rund 30 Minuten, im Osten ein wenig länger als im Westen (29 beziehungsweise 27 Minuten). Die Pendler sind etwas länger unterwegs, 39 Minuten im Osten und 35 Minuten im Westen.

LVZ

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