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Studie: Gewalt gegen Kinder in Ostdeutschland hat abgenommen

Studie: Gewalt gegen Kinder in Ostdeutschland hat abgenommen

Die Eltern-Kind-Beziehungen in ostdeutschen Familien sind nach Worten eines Sexualwissenschaftlers in den vergangenen 20 Jahren liebevoller und gewaltfreier geworden.

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Gewalt in ostdeutschen Familien hat laut einer Studie nachgelassen.

Quelle: Maurizio Gambarini/Symbolbild

Merseburg. „Körperliche Gewalt gegenüber Kindern hat drastisch abgenommen“, sagte der Professor für Psychologie und Sexualwissenschaft an der Hochschule Merseburg, Konrad Weller. Als Leiter der Studie „Partner 4“ hat Weller vor allem das Sexualverhalten von ostdeutschen Jugendlichen untersucht.

Erstmals vorgestellt wurden die Ergebnisse am Donnerstag auf dem Symposium „Jugendsexualität 2013“ an der Hochschule Merseburg. Es ist die vierte Studie dieser Art nach 1972, 1980 und 1990. Insgesamt wurden 862 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren aus städtischen und ländlichen Regionen Sachsens und Sachsen-Anhalts befragt - das ist laut Weller repräsentativ für den ganzen Osten.

„Die Idee der gewaltfreien Erziehung hat in diesem Zeitraum an Bedeutung gewonnen“, sagte Weller. Demnach gaben bei der aktuellen Erhebung 77 Prozent der Befragten an, noch nie geschlagen worden zu sein. In der Vorgänger-Untersuchung von 1990 waren es nur 53 Prozent. „Das hat zwar nichts mit Sexualität und Partnerschaft zu tun, liefert aber erstaunliche und neuartige Befunde über den Wandel oder auch den nicht stattgefundenen Wandel in den neuen Bundesländern.“

Da es sich um eine historische Vergleichsuntersuchung handelt, wird vordergründig die Entwicklung der ostdeutschen Jugendlichen im Vergleich zu 1990 betrachtet. Die alten Bundesländer spielen keine Rolle, wenn gleich 15 Prozent der Befragten im Westen aufgewachsen sind und 28 Prozent von ihnen „West-Eltern“ haben.

Einblicke gibt die Studie auch in die Sexualität. „Es gibt einen Teil von jungen Menschen, die sehr frühzeitig auch partnerschaftliche sexuelle Erfahrungen sammeln, andererseits gibt es auch eine zunehmende Gruppe von Jugendlichen, die damit eher wieder länger wartet“, sagte Weller.

Was das partnerschaftliche Verhalten der Jugendlichen angeht, sei eine zunehmende „Singularisierung“ zu beobachten: „Jugendliche machen nach wie vor relativ früh Partnerschaftserfahrungen, aber der Anteil der aktuellen Singles ist größer geworden.“ Zudem seien die Phasen zwischen den Partnerschaften heutzutage größer. Allerdings würden die Beziehungen intensiver gelebt. Für die sexuelle Identität und die geschlechtliche Selbstinszenierung habe das Internet in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Als „virtuelles Experimentierfeld“ wird es laut Studie von den Jugendlichen betrachtet, obwohl sie dort am häufigsten auch sexuelle Belästigung erleben. 45 Prozent der Mädchen berichteten davon.

Warum mehr als 20 Jahre zwischen den beiden Studien vergangen sind, erklärt Weller mit mangelnden Ressourcen. Nun seien die personellen Kapazitäten vorhanden. So war der an der Hochschule Merseburg angesiedelte Masterstudiengang „Angewandte Sexualwissenschaft“ maßgeblich an der Vorbereitung, Umsetzung sowie Auswertung der Studie beteiligt.

Frauke Holz, dpa

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