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Studie: Sachsen bei Bildung top - große Unterschiede zwischen den Ländern

Studie: Sachsen bei Bildung top - große Unterschiede zwischen den Ländern

Das Bildungssystem in Sachsen setzt in Deutschland weiter Maßstäbe. Beim „Bildungsmonitor 2011“ der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) legte der Freistaat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zu und verteidigte seinen ersten Platz vor Thüringen und Baden-Württemberg.

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Mit der Bildung in Deutschland geht es weiter aufwärts - Sachsen ist bundesweit Spitzenreiter.

Quelle: dpa

Dresden/Köln. Besonders gelobt wurden diesmal Förderinfrastruktur und Betreuung, also die Ganztagsangebote, die Klassengrößen und die Qualifikation der Lehrer und Betreuer. Besonders gut zeigte sich Sachsen außerdem in der Kategorie Internationalisierung, in der Kooperationen mit Hochschulen im Ausland, aber auch der Fremdsprachenunterricht erfasst werden. Viele Punkte gab es zudem für die Bildungsausgaben des Landes.

Kultusminister Roland Wöller (CDU) wertete Sachsens sechste Spitzenposition in Folge als Beweis für ein Erfolgsrezept aus Verlässlichkeit und Stabilität. „Die Studie zeigt, in Sachsen stehen Qualität und Inhalt im Mittelpunkt von Bildungspolitik“, sagte er am Dienstag in Dresden. Das Abschneiden sei besonders ein Verdienst der Lehrer und Erzieher. „Der sächsische Weg ist offenbar der richtige, um gute Voraussetzungen für mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen und so die Chancen auf eine erfolgreiche Berufskarriere der Schüler zu erhöhen.“

Für CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer ist der Erfolg das Ergebnis einer auf Leistung bei Schülern und Lehrern ausgerichteten Bildungspolitik. Die FDP-Landtagsfraktion sieht dagegen trotz positiver Veränderungen weiteren Handlungsbedarf. So müsse die Mittel- weiter zur Oberschule entwickelt werden, forderte der bildungspolitische Sprecher Norbert Bläsner mit Blick auf das Schuljahr 2011/12. Zudem seien Fächer und Schulen noch immer unzureichend mit Lehrern ausgestattet.

Die SPD-Bildungsexpertin Eva-Maria Stange kritisierte die Studie, die auf alten und nur neu gemischten und „unwissenschaftlich summierten“ Daten basiere. Damit könne keine Aussage zur aktuellen Situation getroffen werden. So sinke die Zahl der Grundschullehrer trotz steigender Schülerzahl seit 2006, die Unterrichtsbedingungen verschlechterten sich dramatisch. Für eine Senkung der Schulabbrecherquote brauche es mehr Lehrer. „Stattdessen bewegt sich Sachsen sehenden Auges auf eine Versorgungskatastrophe zu.“

Größere Schwächen macht die INSM-Studie vor allem bei der beruflichen Bildung und dem verhältnismäßig geringen Angebot an Ausbildungsplätzen aus - und gibt dabei selbst einen Schwachpunkt preis. Da die Zahlen der gesamten Studie aus dem Jahr 2009 stammten, sei davon auszugehen, dass sich die Lage inzwischen deutlich verbessert habe, heißt es in den Erläuterungen.

Die Berufsbildung stelle durch den demografischen Wandel eine große Herausforderung für Sachsen dar, betonte Wöller. In Zeiten rückläufiger Schülerzahlen steuere der Freistaat auf einen Fachkräfte- und Lehrlingsmangel zu. „Wir müssen heute schon an die Fachkräfte von morgen denken“, mahnte er. Das sei die Voraussetzung für Innovation, Wachstum und Wohlstand im Land. „Jugendliche, die die Schule verlassen, müssen fit für das Arbeitsleben sein.“ Da brauche es eine engere Kooperation von Schule und Wirtschaft.

Laut Wöller gibt es derzeit landesweit mehr als 350 Projekte zur Studien- und Berufsorientierung, die Schüler optimal auf ihr späteres Berufsleben vorbereiten sollen. Wöller sieht auch bei der Schulabbrecherquote Potenzial für Verbesserungen. Mit Hilfe erfolgreicher Projekte wie Lerncamps soll die Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss weiter gesenkt werden.

Die beste Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr legte der Studie zufolge Mecklenburg-Vorpommern hin, das sich vom 15. auf den 10. Platz vorschob. Auch Berlin machte einen größeren Sprung als die meisten anderen Länder, landete am Ende aber doch wieder auf dem letzten Platz. Der „Bildungsmonitor“ vergleicht die Bildungssysteme der Bundesländer mittels 111 Kriterien. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat die Studie im Auftrag der INSM erstellt.

dpa

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