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Studie: Tiefe der Wirtschaftskrise wurde im Osten unterschätzt

Studie: Tiefe der Wirtschaftskrise wurde im Osten unterschätzt

Die globale Wirtschaftskrise hat in den neuen Länder tiefere Spuren hinterlassen als zunächst angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

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Quelle: dpa

Leipzig. Danach könne Ostdeutschland auch in den nächsten Jahren beim Anteil der Produktion pro Einwohner keinen Boden gegenüber dem Westen gutmachen, sagte der Konjunkturexperte Udo Ludwig in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung". Die Auswirkungen der Krise auf die wirtschaftliche Entwicklung seien erheblich stärker als vermutet.

Eine Trendumkehr, „dass der Osten wieder schneller wächst wie in den 90er Jahren ist nicht in Sicht". Es bleibe bei den 70 Prozent Angleichung. „In diesem Jahr wird der Abstand zum Westen sogar wieder größer", betonte der IWH-Ost-Experte. Er widersprach entschieden der Behauptung, dass Ostdeutschland besser durch die Krise gekommen sei als die alten Länder. Die ostdeutsche Wirtschaft sei auf dem Höhepunkt der konjunkturellen Talfahrt mit fast sechs Prozent abgestürzt. „Das ist alles andere als besonders krisenresistent."

Für 2010 sagte Ludwig eine Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent für die neuen Länder voraus. Im Westen rechne er mit gut zwei Prozent. Für das kommende Jahr hält er eine Prognose jedoch noch zu unsicher. Wegen des wirtschaftlichen Umfelds mit der Euro-Krise würde eine Vorhersage derzeit einem „Blick in die Glaskugel" gleichkommen.

Hinsichtlich der Entwicklung auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt prognostizierte Ludwig einen Rückgang der Erwerbslosigkeit. Das habe jedoch demografische Gründe. Die Arbeitslosenquote werde in den kommenden Jahren rund eineinhalb Mal so hoch wie in den alten Länder sein.

Peter Koard

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