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Studie: Wenige Ostdeutsche in Führungspositionen

25 Jahre nach Wiedervereinigung Studie: Wenige Ostdeutsche in Führungspositionen

25 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in Führungspositionen weiter unterrepräsentiert. In der Politik und bei den größten Wirtschaftsunternehmen ging ihre Zahl sogar leicht zurück.

In den Landesparlamenten der Neuen Bundesländer ist der Anteil der Politiker mit ostdeutscher Herkunft auf 70 Prozent gesunken.

Quelle: dpa-Zentralbild

Leipzig. - Mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in Führungspositionen noch immer stark unterrepräsentiert. Das ergab eine Studie der Universität Leipzig im Auftrag des MDR, deren Ergebnisse die Sendeanstalt am Dienstag in Leipzig veröffentlichte. Demnach stammen nur etwa 20 Prozent der Führungskräfte in den neuen Bundesländern aus dem Osten. Zwar hätten sich 25 Jahre nach der Wiedervereinigung die Lebensverhältnisse in Ost und West angenähert. Allerdings treffe das bei den gesellschaftlichen Eliten nicht zu, sagte Olaf Jacobs vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Jacobs leitete die Studie.

Zum Teil sei sogar eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten, die Zahl der ostdeutschen Führungskräfte gehe zurück. „Unter anderem sitzen in den fünf Landesregierungen weniger Politiker mit ostdeutscher Herkunft als 2004, der Anteil sank von 75 auf 70 Prozent“, erklärte Jacobs.

An der Spitze der 100 größten ostdeutschen Unternehmen sei der Anteil von 35,1 auf 33,5 Prozent gesunken. An Universitäten und Hochschulen habe sich der Anteil ostdeutscher Rektoren innerhalb der vergangenen zehn Jahre sogar fast halbiert. „Von insgesamt 60 Staatssekretären der Bundesregierung stammen drei aus dem Osten, 2004 waren es immerhin noch sechs“, führte Jacobs weiter an.

Lediglich in der Justiz, in Teilen der Wirtschaft, in der Bundeswehr sowie in einigen Medienbetrieben ist laut der Studie „ein sehr langsames Nachrücken der Ostdeutschen in Führungsfunktionen festzustellen“. Bundesweit sehe die Situation noch schlechter aus. Mit nur 1,7 Prozent sind Ostdeutsche unter Führungskräften so gut wie gar nicht vertreten, wie die Studie ergab.

Von LVZ

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