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Studie zu Bildungschancen: Sachsen bundesweit mit Bestnoten – Arme und Migranten benachteiligt

Studie zu Bildungschancen: Sachsen bundesweit mit Bestnoten – Arme und Migranten benachteiligt

In Sachsen haben Kinder armer Eltern oder von Migranten nach wie vor deutlich geringere Chancen, ein Gymnasium zu besuchen. Das geht aus dem „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh hervor.

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Unterricht in der Grundschule.

Quelle: dpa

Dresden/Gütersloh. Dafür haben Wissenschaftler des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) erstmals die Schulsysteme aller Bundesländer auf Chancengerechtigkeit untersucht und verglichen.

Demnach haben Kinder aus oberen Sozialschichten in Sachsen knapp dreimal höhere Chancen ein Gymnasium zu besuchen, als Kinder aus unteren Sozialschichten. Dennoch gehört Sachsen damit im bundesweiten Vergleich zur Spitzengruppe - in den meisten Bundesländern stehen die Chancen für arme und Migrantenkinder deutlich schlechter.

Untersucht wurde das Schuljahr 2009/10. Fazit: Kein Land bekommt überall Bestnoten, keines ist immer Schlusslicht - aber die Unterschiede sind gewaltig. „Die Bundesländer müssen deutlich mehr voneinander lernen“, betonte Stiftungs-Vorstandsmitglied Jörg Dräger. Untersucht wurden die Bereiche Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe.

Gemessen an der Integrationskraft bekommt Sachsen sogar Bestnoten: Knapp 73 Prozent aller Schüler in der Primar- und Sekundarstufe besuchen eine Ganztagsschule - damit hat der Freistaat den höchsten Wert aller Bundesländer. Auch bei der Lesekompetenz liegt das Land in der Spitzengruppe. Viertklässler erreichen durchschnittlich 556 Kompetenzpunkte, der Bundesdurchschnitt liegt bei 548 Punkten. Die Neuntklässler belegen mit 633 Kompetenzpunkten sogar den Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich.

Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss ist der Studie zufolge allerdings überdurchschnittlich hoch. Er liegt bei 11,2 Prozent, der Bundeswert beträgt 7 Prozent. Nur 43,2 Prozent der jungen Erwachsenen erreichen die Hochschulreife, bundesweit sind es 46,4 Prozent. Hier liegt das Land in der unteren Gruppe.

dpa

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