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Suizid: Ex-MDR-Intendant Udo Reiter ist tot

Suizid: Ex-MDR-Intendant Udo Reiter ist tot

Er wurde auf der Terrasse neben seinem Rollstuhl liegend von der Polizei gefunden: Der langjährige Intendant des MDR, Udo Reiter, ist tot. Nach Informationen der LVZ nahm sich der 70-Jährige am Freitagmorgen gegen 10 Uhr in seinem Haus in Gottscheina, einem kleinen Ort nordöstlich von Leipzig, das Leben.

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Der langjährige MDR-Intendant Udo Reiter ist tot.

Quelle: dpa

Leipzig. Eine Waffe lag daneben. Wie die Polizei bestätigte, gibt es keinen Straftatverdacht.

Reiter hatte den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) nach der Wende mit aufgebaut und war seit der Gründung 1991 Intendant des Senders. 2011 verabschiedete er sich vorzeitig in den Ruhestand und wurde durch Karola Wille abgelöst. Der ehemalige BR-Hörfunkdirektor machte die Dreiländeranstalt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einem der erfolgreichsten dritten Programme. Aber auch Skandale wie die Betrugsaffäre beim Kinderkanal „Kika“ oder Stasi-Vorwürfe gegen Mitarbeiter fielen in seine 20-jährige Amtszeit.

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Leipzig. Er wurde auf der Terrasse neben seinem Rollstuhl liegend von der Polizei gefunden: Der langjährige Intendant des MDR, Udo Reiter, ist tot. Nach Informationen der LVZ nahm sich der 70-Jährige am Freitagmorgen gegen 10 Uhr in seinem Haus in Gottscheina, einem kleinen Ort nordöstlich von Leipzig, das Leben.

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Reiter über seinen Tod: „Möchte allein entscheiden, wann es so weit ist“

Seit einem Autounfall im Alter von 23 Jahren war der in Lindau am Bodensee geborene Medienmacher an den Rollstuhl gefesselt. Er verunglückte am 5. Dezember 1966 mit seinem VW-Käfer auf einer vereisten Straße bei München und war anschließend vom fünften Brustwirbel abwärts querschnittsgelähmt. Seine Erfahrungen verarbeitete der Ex-MDR-Chef auch in seiner 2013 erschienenen Biographie „Gestatten, dass ich sitzen bleibe. Mein Leben“.

Vor allem nach dem Krebstod seiner ersten Ehefrau 2011 hatte Reiter immer wieder für ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben plädiert. „Ich möchte ganz allein entscheiden, wann es so weit ist und ich nicht mehr will“, schrieb er im Januar 2014 in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung.

Auch über seine Vorstellung vom Tod dachte Reiter öffentlich nach. „Ich möchte bei mir zu Hause, wo ich gelebt habe und glücklich war, einen Cocktail einnehmen, der gut schmeckt und mich dann sanft einschlafen lässt“, schrieb er in der SZ. „Ich sitze seit 47 Jahren im Rollstuhl und habe trotzdem ein schönes und selbstbestimmtes Leben geführt. Irgendwann wird es zu Ende gehen. Aber wie?“

MDR würdigt „väterlichen Freund“ und „großen Gestalter“

Bei seinem einstigen Sender löste die Nachricht Trauer und Bestürzung aus. „Die deutsche Medienlandschaft, wie wir sie heute kennen, verliert mit Udo Reiter einen ihrer Gründungsväter, der MDR einen Kollegen und väterlichen Freund“, sagte MDR-Intendantin Karola Wille.

„Er war in den Tagen der friedlichen Revolution einer der großen Gestalter einer neuen demokratischen Mediengesellschaft im wiedervereinigten Deutschland“, so Wille weiter. „Ein Visionär, der mit Kraft, Überzeugung und politischem Geschick den gerade erst formierten neuen Strukturen in den neuen Bundesländern eine publizistische Stimme gegeben hat.“

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) würdigte Reiter als mutigen, humorvollen und klugen Menschen. "Sein Tod trifft mich sehr und erfüllt mich mit großer Trauer“, so Tillich. Reiter habe mit Umsicht, Durchsetzungskraft und Charme dazu beigetragen, dass der MDR sich seit der Gründung "außerordentlich erfolgreich" entwickelt habe. "Damit half er dabei, eine der Kernforderungen aus dem Herbst 1989, die nach Pressefreiheit, zu erfüllen."

Reiter hinterlässt Ehefrau Else Buschheuer

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Udo Reiter mit Else Buschheuer.

Quelle: André Kempner

Seit Juni 2012 war der Journalist mit der Schriftstellerin und TV-Moderatorin Else Buschheuer (48) verheiratet. Die geheime Hochzeit beim Sommerfest auf Thomas Gottschalks Schloss Marienfels fand im kleinen Familien- und Freundeskreis statt und wurde erst Monate später bekannt.

Der Tod des 70-Jährigen fällt mitten hinein in die Vorbereitungen für den ostdeutschen Medienpreis Goldene Henne, der am Freitagabend in Leipzig mit viel Prominenz verliehen werden soll. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution wird die Gala von MDR, rbb und Super Illu erstmals auf der Neuen Messe veranstaltet. Wie dem verstorbenen Ex-Intendanten dabei gewürdigt wird, war am Nachmittag noch unklar. Der MDR überträgt die Gala ab 20.15 Uhr live.

Udo Reiter 2013 im Gespräch auf der Leipziger Buchmesse:

LVZ

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