Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tarifabschluss im öffentlichen Dienst kostet Sachsen 200 Millionen Euro

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst kostet Sachsen 200 Millionen Euro

Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst kostet Sachsen in diesem und im kommenden Jahr 200 Millionen Euro. Etwa 67.000 Angestellte werden davon profitieren.

Dresden. Ob und wann der Abschluss auf die rund 34.000 Beamten des Landes übertragen wird, ist nach Auskunft des Ministeriums vom Freitag noch offen. Der Beamtenbund forderte eine schnelle Übernahme ohne Abstriche. Die Lehrergewerkschaft GEW griff Finanzminister Georg Unland (CDU) an und machte ihn für eine Verschärfung des ohnehin akut drohenden Lehrermangels verantwortlich.   

„Wir sind mit diesem Ergebnis an die Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten gegangen“, hatte Finanzminister Georg Unland (CDU) als Vertreter des Landes noch am Donnerstagabend den Tarifabschluss kommentiert. Bei dem Kompromiss sei berücksichtigt worden, dass die Steuereinnahmen noch nicht wieder auf dem Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise sind. Ab 1. April erhalten die Angestellten des öffentlichen Dienstes 1,5 Prozent mehr Gehalt und einmalig 360 Euro. Im kommenden Jahr gibt es einen monatlichen Sockelbetrag von 17 Euro obendrauf und eine weitere lineare Erhöhung von 1,9 Prozent.   

„Wir haben frühzeitig gefordert, den Abschluss auf die Beamten zu übertragen“, sagte der Landesvorsitzende des Beamtenbundes, Günter Steinbrecht, der Nachrichtenagentur dpa. „Dass das geht, hat die schnelle Umsetzung im Wahljahr 2009 gezeigt. Das ging damals binnen einer Woche.“ Die Gehälter von Angestellten und Beamten vor allem in den unteren Einkommensgruppen dürften nicht weiter auseinanderdriften. Über eine Übernahme haben die Länderparlamente zu entscheiden. Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben bereits signalisiert, das tun zu wollen.   

Enttäuschung bei der GEW: Die Bemühungen, eine tarifliche Eingruppierung für die Lehrer durchzusetzen, scheiterten bei den Verhandlungen in Potsdam. Damit legt weiterhin jedes Land selbst fest, in welche Gehaltsgruppe angestellte Lehrer kommen. Dabei gibt es große Unterschiede. Aus Sicht der GEW wird der Lehrerberuf damit nicht attraktiver. „Während der Kultusminister in Dresden einen neuen verzweifelten Werbefeldzug startet, um in Sachsen den Lehrernachwuchs zu sichern, teilt ihm der Finanzminister aus Potsdam mit, dass er mit leeren Taschen werben muss“, so GEW-Chefin Sabine Gerold in einer Mitteilung.

Sachsen droht ein akuter Lehrermangel; bis 2020 werden etwa 10.700 Pädagogen aus dem Dienst scheiden. Damit stehen vor allem Grund- und Mittelschulen vor einem Aderlass. Im Jahr 2030 werden 21.000 der jetzt noch 29.000 tätigen Lehrer nicht mehr vor der Klasse stehen, das Durchschnittsalter liegt jetzt schon bei 50 Jahren. Viele Lehramtsstudenten gehen nach der Ausbildung in Bundesländer mit besserer Bezahlung.   

Genau da hakten etwa die Landtags-Grünen ein: „Angesichts der längst laufenden Bundesländer-Konkurrenz um Lehrkräfte droht Sachsen mit ungleicher Bezahlung und niedrigen Einstiegsgehältern unter die Räder zu kommen“, erklärte deren bildungspolitische Sprecherin Annekathrin Giegengack. Künftig müssten zumindest alle neu einzustellenden Lehrkräfte auf bundesweit einheitlichem Niveau zu vergütet werden.   

Für die SPD-Fraktion verlangte Eva-Maria Stange, angesichts des drohenden Lehrermangels sofort mehr Referendarsplätze zur Verfügung zu stellen. „Jede weitere Verschleppung des Problems wird in den kommenden Jahren zwangsläufig zu einer Erhöhung der Klassengrößen und somit zu weiteren Schulschließungen vor allem im ländlichen Raum führen.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr