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Thüringens Linke kämpft gegen Überalterung - Korschewsky als Vorsitzender wiedergewählt

Thüringens Linke kämpft gegen Überalterung - Korschewsky als Vorsitzender wiedergewählt

Die Thüringer Linke hat ihren Vorsitzenden im Amt bestätigt: Der 50-jährige Knut Korschewsky wurde am Samstag bei einem Parteitag in Sömmerda mit 68,4 Prozent der 133 gültigen Delegierten-Stimmen wieder an die Spitze gewählt.

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Der Vorsitzende der Partei Die Linke in Thüringen, Knut Korschewsky, freut sich am Samstag (05.11.2011) beim Landesparteitag in Sömmerda über seine Wiederwahl.

Quelle: dpa

Sömmerda. Für den Gegenkandidaten, den Hildburghausener Bürgermeister Steffen Harzer, stimmten 27,1 Prozent. Korschewsky hatte zuvor angekündigt, dass er zum letzten Mal antreten werde. Der Bundesvorsitzende der Linken, Klaus Ernst, räumte beim Parteitag Versäumnisse seiner Partei ein.

„Mitglieder sind unser höchstes Gut“, sagte Landeschef Korschewsky in seiner Bewerbungsrede. Er wolle als Bindeglied zwischen den östlichen und westlichen Landesverbänden wirken. Der 50-Jährige ist seit 2006 Chef der Thüringer Linken. Er erreichte beim Parteitag deutlich mehr Zustimmung als bei seiner Wahl im Jahr 2009, wo er nur knapp 55,8 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

Auf dem Parteitag kämpften die Thüringer Linken auch gegen die Überalterung. So wurden die 34-jährige Ex-Eisschnellläuferin Susanne Hennig und der 30 Jahre alte Gewerkschafter Sandro Witt je mit mehr als drei Viertel der abgegebenen Stimmen auf die Stellvertreterposten gewählt. Der Linke-Bundesvorsitzende Klaus Ernst betonte, das Problem seien „nicht zu viele alte Mitglieder, sondern zu wenig junge“. Die Partei könne derzeit nicht so sehr mobilisieren, wie sie gerne wolle.

Zudem habe die Linke darunter gelitten, dass sie inzwischen zu den etablierten Parteien gezählt und zu oft mit CDU, SPD, Grünen und FDP in einen Topf geworfen werde. „Außerdem haben wir in letzter Zeit falsche Themen gesetzt und uns zu sehr mit uns selbst beschäftigt“, sagte Ernst am Rande des Parteitags.

Viele ur-linke Themen wie Mindestlohn und die Regulierung der Finanzmärkte würden inzwischen von anderen Parteien besetzt, sagte Ernst. „Die schreiben fast alles bei uns ab.“ Die Forderung in der CDU nach einer Lohnuntergrenze bezeichnete Ernst als reine Wahlkampf-Taktik. „Bundeskanzlerin Angela Merkel tut so, als würde sie machen, was die Bürger wollen.“ In Wahrheit aber wolle sie nur ein sozialpolitisches Thema abräumen, um bei der Bundestagswahl nicht darüber zu stolpern. Der CDU-Mindestlohn werde dazu führen, dass ein großer Teil der Beschäftigten Aufstocker bleibe und nur eine geringe Rente erhalte.

Thema beim Landesparteitag war auch die Finanzierung der klammen Kommunen. Der Haushaltsentwurf der Landesregierung beschädige die kommunale Selbstverwaltung im Freistaat, kritisierte Korschewsky. Die Städte und Gemeinden könnten nur noch Mängel verwalten. Harzer betonte: „Die CDU macht mit dem Finanzausgleich den ländlichen Raum tot.“ Die schwarz-rote Landesregierung will die Zahlungen an die Kommunen im kommenden Jahr um etwa 193 Millionen Euro auf 2,44 Milliarden Euro senken. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) signalisierte am Samstag Kompromissbereitschaft.

In Sömmerda läutete die Linke auch den Wettbewerb um die Thüringer Landratsämter ein. „Wir sind keine Partei nur für die Städte“, versprach Korschewsky. Die Linke wolle nach den Kommunalwahlen im kommenden Jahr nicht nur Bürgermeister, sondern erstmals auch Landräte im Freistaat stellen.

dpa

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