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Thüringer Waldbesitzer fordern Nachbesserungen bei Forstreform

Thüringer Waldbesitzer fordern Nachbesserungen bei Forstreform

Die privaten Waldbesitzer haben Nachbesserungen bei der geplanten Forstreform gefordert. Insbesondere die starke Stellung des Finanzministeriums in der neuen Anstalt öffentlichen Rechts ist ihnen suspekt.

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Die privaten Waldbesitzer haben in Thüringen Nachbesserungen bei der geplanten Forstreform gefordert.

Quelle: dpa

Erfurt. „Und wir fordern den Erhalt der Forstämter und 299 Reviere“, sagte der Geschäftsführer des Thüringer Waldbesitzerverbandes, Wolfgang Heyn, anlässlich der Mitgliederversammlung am Samstag in Erfurt.

Sollte Personal abgebaut und sollten die Reviere vergrößert werden, könne der Wald nicht mehr so intensiv betreut werden wie bisher. Dies sei für eine ordentliche Waldwirtschaft aber dringend nötig, erläuterte Heyn. Forstminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte, die Förster seien mit den Revieren in jetziger Größe an der Grenze dessen angelangt, was sie leisten könnten. Eine Vergrößerung könne daher nicht das Ziel sein.

Kritik gab es auch an der Erhöhung der „Beförsterungskosten“ - Beiträge, die die Waldbesitzer für die Dienste eines staatlichen Försters zahlen müssen. Nach jetzigen Plänen würden sie sich teils verdreifachen. So müsse jemand mit bis zu zwei Hektar Wald nicht mehr 6,50 Euro pro Jahr, sondern 20 Euro zahlen, erklärte Heyn. Doch nur alle fünf bis sieben Jahre werde Holz eingeschlagen und damit eine Einnahme erzielt. Davon müsse dann aber auch noch die Vermarktung finanziert werden. Daher sei der Anstieg „ganz schön happig“. Heyn:

„Die Steigerungen dürfen nur moderat sein und es muss hohe Rabatte für kleine Waldbesitzer geben, wenn sie Mitglied in einer Forstbetriebsgemeinschaft sind.“

Forstminister Reinholz stellte klar, dass eine Anhebung dieser Beiträge vor allem bei den Waldbesitzern von weniger als 100 Hektar unerlässlich sei. „Die Erhöhungen mögen auf den ersten Blick beträchtlich sein, allerdings sind die Kostenbeiträge gerade in diesem Bereich nach wie vor sehr moderat.“ Zudem seien sie nicht kostendeckend. Zugleich sicherte er den Waldbesitzern zu, dass das Gemeinschaftsforstamt ihnen als Ansprechpartner vor Ort auch mit der Forstreform erhalten bleibe und sie im Verwaltungsrat der Landesforstanstalt mit einem Vertreter berücksichtigt werden sollten.

Kritik seitens der Privatwaldbesitzer gibt es auch an der Ausweitung von Schutzgebieten wie dem Biosphärenreservat Vessertal. „Wir wollen den Wald bewirtschaften und nicht ständig neue Verordnungen aufgebrummt bekommen“, erklärte Heyn.

Reinholz versicherte, dass nur so viele Staatswaldflächen aus der Nutzung genommen würden wie erforderlich. Dabei wies er Forderungen von Umweltschützern zurück, die das Schutzgebiet Vessertal auf bis zu 70 000 Hektar ausdehnen wollen: „Das wird es mit mir nicht geben.“ Geplant sei lediglich eine Ausweitung auf rund 32 000 Hektar, um den Schutzstatus zu erhalten. Der Minister verwies dabei auch auf ein knapper werdendes Holzangebot. Vor diesem Hintergrund erschienen ihm „weitere Nutzungsverzichte aus gesamtwirtschaftlicher Sicht unsinnig“.

Rund ein Drittel der Thüringer Landesfläche ist mit Wald bedeckt, gut 40 Prozent davon sind in Privathand. Die Landesregierung will die 28 Forstämter, den Nationalpark Hainich und die dazugehörigen Fortbildungs- und Verwaltungsbehörden in eine Anstalt öffentlichen Rechts umwandeln. Zugleich sollen die Zuschüsse bis 2018 von 44 Millionen auf 32 Millionen Euro pro Jahr sinken.

dpa

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