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Tiefensee fordert von Linken stärkere Auseinandersetzung mit DDR-Vergangenheit

Thüringen Tiefensee fordert von Linken stärkere Auseinandersetzung mit DDR-Vergangenheit

Der Thüringer Wirtschaftsminister Tiefensse sieht großen Nachholbedarf und „tradierte Denkweisen in weiten Teilen der Linken“. Damit kritisiert er offen seinen Koalitionspartner in der Erfurter Regierung.

Wolfgang Tiefensee im Interview mit der Leipziger Volkszeitung.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Linke aufgefordert, sich stärker mit ihrer SED-Vergangenheit und der DDR als Unrechtsstaat auseinanderzusetzen. „Wenn beispielsweise Birgit Klaubert, meine Kollegin als Bildungsministerin, sagt, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, dann ist das nicht nur ein Affront gegen die Präambel unseres Koalitionsvertrages, sondern zeigt auch die tradierte Denkweise in weiten Teilen der Linken“, sagte Tiefensee LVZ.de. Die Linke müsse „in dieser Beziehung noch einiges nachholen und lernen“. Tiefensee kritisierte weiter: „Es darf nicht nur einen Ministerpräsidenten geben, der die DDR als Unrechtsstaat bezeichnet, sondern das muss von der gesamten Partei glaubwürdig mit getragen werden. Das ist das Entscheidende. Bodo Ramelow wird noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.“

Der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister und Bundesverkehrsminister ist seit einem Jahr Wirtschaftsminister in der rot-rot-grünen Landesregierung von Thüringen. „Ein wesentlicher Beweggrund, nach Erfurt zu gehen, war: Die Aufarbeitung der DDR als Unrechtsstaat – denn dazu musste sich die Linke bekennen, ansonsten wäre ich nicht in die Regierung eingetreten“, erklärte Tiefensee gegenüber der LVZ.de. In diesem Zusammenhang fällt seine politische Zwischenbilanz ernüchtert aus: „Lassen Sie es mich mit einer Himalaya-Expedition vergleichen: Der Ministerpräsident und einige um ihn herum sind ganz sicher schon im zweiten Hochlager angekommen – während viele andere aus der Linkspartei noch nicht einmal das Basislager geschafft haben.“

ski

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