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Tiere in Not - Feuerwehr in Sachsen muss immer öfter retten

Kätzchen auf dem Baum Tiere in Not - Feuerwehr in Sachsen muss immer öfter retten

Immer wieder bleiben Tiere in Zäunen stecken, steigen ohne Rückkehr auf Bäume oder stürzen in Gruben. Dann ist es ähnlich wie bei den Menschen - Feuerwehr, Polizei oder andere müssen eingreifen.

Ein Pferd verfängt sich in einem Traktorreife, ein Kätzchen hat Angst vom Baum herabzusteigen, oder eine andere Katze hat sich auf dem Dach verirrt. Immer öfter müssen Feuerwehr, Polizei und THW zur Hilfe eilen.

Quelle: dpa

Dresden. Hilflose Katzen auf Bäumen, verletzte Rehe, verirrte Elche - immer öfter müssen in Sachsen Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk oder auch Vereine in Not geratenen Tieren helfen. Laut Innenministerium wurden die Feuerwehren des Landes im vergangenen Jahr 908 Mal wegen solcher Fälle gerufen; 2014 waren es 19 Einsätze weniger. Oftmals müssen die Feuerwehrleute aber auch einfach nur Tiere ins Tierheim fahren oder die Kadaver beseitigen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Einsätze mit Tieren seien nicht so häufig, sagt der Sprecher der Polizeidirektion Zwickau, Oliver Wurdak. Aber es komme schon vor, dass im Sommer Schafe, Kühe oder Pferde von ihrer Weide ausbrechen und dann zurückgetrieben werden müssen. Mitte Juli wurde in Dennheritz (Kreis Zwickau) ein Reh befreit, das in einem Zaun steckengeblieben war. Im April entdeckten Beamte des Polizeireviers Görlitz auf Streife an der Altstadtbrücke einen Biber, der sich in einem Geländer verfangen hatte. Eine Mitarbeiterin der Wildtierauffangstation half ihm aus der Klemme, woraufhin der Nager durch die Neiße davonschwamm.

63 Feuerwehr-Einsätze in Leipzig im Vorjahr

Sind Tiere in Lebensgefahr, rückt die Feuerwehr an. In Leipzig etwa wurden im vergangenen Jahr 63 solcher Einsätze registriert, zehn mehr als im Jahr zuvor. Spektakulär sei das selten, hieß es. Oft ginge es um Katzen, die sich in Fenster eingeklemmt hätten, in der Dachrinne spazieren gingen oder um Hunde in aufgeheizten Autos. Auch hier war ein Reh in einem Zaun zu finden; eine Schwalbe hatte sich in einen Bindfaden verheddert und ein Pferd sich mit seinen Vorderläufen in der Luke eines Transportwagens verhakt.

Gelegentlich bringen sich Tiere in unmögliche Situationen. Dann müssen Feuerwehr, Polizei und THW zur Hilfe eilen. In Sachsen steigt die Zahl solcher Einsätze. (Bilder: dpa)

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Bei der Chemnitzer Feuerwehr gibt es ein Hebegerät, um gestürzten Pferden aufhelfen zu können. Nach ihren Angaben ist es schon seit Jahren nicht mehr zum Einsatz gekommen. Jeder Feuerwehrmann erhalte während der Ausbildung Instruktionen zum Umgang mit Tieren. Zu den Einsätzen jüngerer Zeit gehört die Rettung einer Eule, die in einen Kamin gefallen war. Dazu musste allerdings der Kamin im Wohnraum fast vollständig abgetragen werden.

Kamera muss Hund aus Rohr schieben

Ein Hund wiederum hatte sich in einem Kanalrohr unter einer Straße versteckt. Erst eine selbstfahrenden Kamera für Kanalinspektionen konnte den etwa 30 Kilogramm schwere Vierbeiner langsam aus dem Rohr schieben. Eine Schwanenfamilie auf der Autobahn eskortierten schließlich Polizei und Feuerwehr in sicheres Gewässer. Zu 27 Tierrettungseinsätzen wurden die Chemnitzer Feuerwehrleute 2015 gerufen, sieben weniger als 2014.

«Die Ausbildung der Feuerwehrleute für solche Fälle ist in der Regel ausreichend, die technische Ausrüstung in Ordnung», stellt der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Ramon Arnold, fest. Bei vielen solchen Einsätzen sei ohnehin ein Veterinär dabei. Problematisch sei es, wenn es um exotische Tiere gehe etwa giftige Schlangen oder Spinnen. Das nehme zu.

Etwa 1100 Mal wurde die Dresdner Feuerwehr 2015 wegen Tieren alarmiert. Meist sei es um den Transport in ein Tierheim oder die Beseitigung von Kadavern gegangen, hieß es. Es gab aber auch den Elch, der sich in einem Bürohaus verirrt hatte, eine Kuh, die in einen Badepool gefallen war, die Rettung eines Kauzes aus einem Schornstein oder die eines Pferdes, das in eine Jauchegrube gestürzt war.

Auch das THW hilft

Gelegentlich ist das Technische Hilfswerk als Tierretter gefragt. So zerstörte eine Windhose Mitte Juli in Groß Krauscha in der Oberlausitz teilweise das Dach einer Milchviehanlage. Für die rund 300 Kühe wurde eine provisorische Koppel errichtet und eine mobile Melkanlage aufgestellt. «Das war allerdings der einzige nennenswerte Tier-Einsatz der letzten Jahre», sagt die Sprecherin des THW-Landesverbandes Sachsen/Thüringen, Andrea Wirth.

In Zwickau hat sich der Verein «Engel für Tiere» der Tierrettung verschrieben. Das Geld kommt aus Spenden und Gebühren für die Rettungsaktionen sowie für einen Tierfriedhof. Der Verein hat sich ein Auto angeschafft, ehrenamtliche Helfer haben sich zu Tierrettungsassistenten ausbilden lassen.

«Wir machen bei Tieren die Erste Hilfe und bringen sie dann zu einem Tierarzt», erläutert Projektleiterin, Eileen Kuhn. Etwa drei bis vier Mal je Woche fahren die Mitarbeiter demnach zu Einsätzen. Anlass war unter anderem ein in einen Steinbruch gestürzter Hund, eine Ringelnatter, die sich an einem Kellerfenster verletzt hatte, eine erschöpfte Fledermaus oder auch ein Hund, der eine Stopfnadel verschluckt hatte. Der Verein hat 20 Mitglieder. Kuhn: «Wir brauchen mehr Helfer.»

Ralf Hübner

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