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Tierschützer wollen Droyßiger Bären aus Schlosspark-Gehege befreien

Online-Petition Tierschützer wollen Droyßiger Bären aus Schlosspark-Gehege befreien

Sie laufen immer gleiche Runden, wirken abwesend: So beschreiben Tierschützer das Leben der Braunbären Aiko und Toni im Schlosspark-Gehege von Droyßig. Mit einer Online-Petition wollen sie nun die Gemeinde aufrütteln.

Blick ins Bärengehege im Schlosspark Droyßig.

Quelle: privat

Leipzig. Die kleine Gemeinde Droyßig bei Zeitz in Sachsen-Anhalt erregt mit ihrem Wappentier gerade überregional Aufmerksamkeit. „Der Bär gehört zu Droyßig wie die klare Waldluft“, heißt es auf der Webseite der Gemeinde. Doch die Lebensbedingungen der beiden lebenden Exemplare Toni und Aiko im Schlosspark rufen Tierschützer auf den Plan.

470 Quadratmeter misst das Areal im Schlossgraben. Viel zu wenig für die Wildtiere, die seit 2003 dort leben, findet Julia Mahlow. Besucher könnten Verhaltensstörungen entdecken, so die Initiatorin einer Online-Petition zur Umsiedlung der Tiere. Die Bären laufen zum Beispiel stereotyp immer gleiche Runden im Gehege und wirken abwesend, schildert sie auf dem Portal openpetition.de. Das seien eindeutige Anzeichen für Leiden, heißt es weiter.

Seit rund drei Jahren setzt sich die 28-Jährige dafür ein, dass die beiden Braunbären in das große, geschützte Gelände eines Bärenwalds umziehen können. „Aber die Tiere gehören der Gemeinde, und solange diese Toni und Aiko nicht abgeben möchte, gibt es keine Chance“, sagt sie. Mit ihrer Petition möchte sie nun öffentlich mehr Druck machen. Ihr Ziel: 5000 Unterstützter gewinnen – rund 2000 Stimmen fehlen noch.

In dem Schlosspark-Gehege könnten die Bären nicht artgerecht gehalten werden. Eingeschränkter Platz, kaum Schatten und ein Wasserbecken, das immer wieder austrockne, sind nur einige Punkte, die Mahlow aufzählt. In der Region sind die Bären beliebt, für Schulklassen gilt das Gehege als Ausflugsziel. Das Dilemma aus Sicht der Tierschützer: Gäste machen eben auch Lärm, und im Gehege gebe es kaum Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere.

Hoffnung auf Kooperation

Seit Herbst 2016 hat Droyßig eine neue Bürgermeisterin. Ein Gespräch mit Evelyn Billing habe sich aber noch nicht ergeben, so Mahlow. Die Kommunikation mit dem Vorgänger sei schwierig gewesen, blieb letztlich ergebnislos. Mit dem Veterinäramt der Gemeinde gebe es aber eine gewisse Kooperation: So soll das jüngst wieder ausgetrocknete Wasserbecken neu befüllt werden, schildert Mahlow. Sie hofft weiter, dass sich die Gemeinde letztlich kooperationsbereit zeigen werde.

Mit vier alternativen Bärenparks in Deutschland sei man im Gespräch. Die Einrichtungen zeigen Bereitschaft, Toni und Aiko aufzunehmen, so Mahlow. Für die Transportkosten der Wildtiere wolle die Initiative zur Not aufkommen, sagt sie. Welche Bärenschutzzentren konkret für die beiden Droyßiger Lieblinge in Frage komme, will sie nicht verraten: „Die Plätze können auch schnell wieder belegt werden, dann ändert sich das ohnehin“, so Mahlow.

Das wohl größte Bärenschutzzentrum Westeuropas befindet sich in der Mecklenburgischen Seenplatte. Im Auftrag der internationalen Organisation „Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz“ bietet der Bärenwald Müritz auf insgesamt 16 Hektar Gelände 17 Braunbären ein Zuhause. Aber auch im thüringischen Worbis oder im Schwarzwald gibt es alternative Bärenparks.

Von Evelyn ter Vehn

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