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Tod von deutschen Entwicklungshelfern weiter ungeklärt - Betroffenheit in Sachsen

Tod von deutschen Entwicklungshelfern weiter ungeklärt - Betroffenheit in Sachsen

Der gewaltsame Tod des 69-jährigen Entwicklungshelfers in Afghanistan hat in Sachsen Bestürzung und Trauer ausgelöst. „In diesen schweren Stunden gehört mein Mitgefühl der Familie und seinen Mitbrüdern der Christusträger Bruderschaft“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in Dresden.

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ISAF-Soldaten vor den Leichen der deutschen Entwicklungshelfer.

Quelle: dpa

Kabul/Dresden. Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl erinnerte am Mittwoch an das jahrelange Wirken von Bruder Siegbert in Meißen. Dort war der engagierte Christ und gelernte Werkzeugmacher von 2001 bis zu seinem Wechsel nach Kabul im Frühjahr 2009 tätig.

Er sei nach Afghanistan gegangen, um aus christlicher Nächstenliebe zu helfen. „Dass er nun einen gewaltsamen Tod sterben musste, kann ich nur mit Entsetzen über diese Tat und mit Trauer und Betroffenheit zur Kenntnis nehmen“, erklärte Bischof Bohl am Mittwoch in Dresden. Er habe ihn persönlich gekannt und sein Gottvertrauen sehr geschätzt, fügte Bohl hinzu.

Nach Meißen war der gebürtige Berliner 2001 gekommen, um eine Station der evangelischen Christusträger Bruderschaft aus dem fränkischen Triefenstein zu gründen. Deren Haushalt führte er, arbeitete in der Krankenhausseelsorge, kümmerte sich um Senioren und gründete eine noch heute bestehende Pfadfindergruppe.

„Für uns alle ist eines ein schwerer Schlag“, sagte der Meißener Oberbürgermeister Olaf Raschke am Mittwoch. Bruder Siegbert habe immer den Ärmsten helfen wollen und in Meißen viel bewegt. Über ein gemeinsames Gedenken wolle er mit dem örtlichen Superintendenten Andreas Stempel sprechen, der den Getöteten zu seinen Freunden zählte. Seitdem Bruder Siegbert in Afghanistan vermisst wurde, waren Meißener Bürger um Stempel in der St.-Afra-Kirche mehrfach zu Abendgebeten zusammen gekommen.

In Afghanistan unterrichtete Bruder Siegbert seit 2009 einheimische Jugendliche in der Ausbildungswerkstatt einer Nichtregierungsorganisation. Er war gemeinsam mit einem 59-jährigen Entwicklungshelfer aus Baden-Württemberg vor mehr als zwei Wochen bei einer Wanderung verschwunden. Am Montag wurden dann im Hochgebirge in der Provinz Parwan nördlich von Kabul ihre Leichen entdeckt. Nach Angaben der Provinzregierung waren sie in Säcke gestopft. Parwans Gouverneur Abdul Baschir Salangi ging von einem Raubmord aus. Er verdächtigte Nomaden vom Stamm der Kuchi.

Auch die Bundesregierung geht inzwischen von einem Gewaltverbrechen aus. Die beiden Männer seien „dem Hass, der Gier und der Gewalt zum Opfer gefallen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Zugleich forderte er die afghanische Regierung auf, „alles in ihrer Macht Stehende zu tun“, um die Täter zu fassen. Die Leichen der beiden Männer waren erst am Dienstagabend identifiziert worden. Sie sollen nun in den nächsten Tagen mit einer Bundeswehr-Maschine nach Deutschland zurückgebracht werden. Die näheren Hintergründe des Verbrechens sind jedoch weiter unklar. Die Bundesregierung will zunächst einmal die Ergebnisse einer gerichtsmedizinischen Untersuchung abwarten.

dpa

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