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Tønsberg statt Brevik - Chemnitzer Laden benennt sich um

Tønsberg statt Brevik - Chemnitzer Laden benennt sich um

Nach massiven Protesten hat sich ein Chemnitzer Laden mit Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar umbenannt. Statt „Brevik“ ist an dem erst vor einer Woche neu eröffneten Geschäft seit Mittwoch der Schriftzug „Tønsberg“ angebracht.

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Das in Chemnitz neu eröffnete Bekleidungsgeschäft mit Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke Thor Steinar hat sich umbenannt. Statt „Brevik“ ist über dem Laden seit 07.03.2012 der Schriftzug „Tønsberg“ angebracht.

Quelle: dpa

Chemnitz. Den Kritikern reicht das aber nicht aus. Am Abend sollten Strategien besprochen werden, um das Geschäft ganz aus dem Viertel zu verbannen.

Sowohl Brevik als auch Tønsberg sind Namen norwegischer Orte, nach denen traditionell Thor-Steinar-Filialen benannt werden. Politiker und Anwohner hatten sich darüber empört, dass er Assoziationen an den Norweger Anders Behring Breivik weckt, der im vergangenen Sommer bei zwei Attentaten 77 Menschen umgebracht hatte.

An dem Treffen des von der SPD-Landtagsabgeordneten Hanka Kliese mitinitiierten „Bündnisses Bunter Brühl“ sollten auch Vertreter der Stadtverwaltung teilnehmen. Rathaussprecherin Katja Uhlemann sagte, dass der Laden für Chemnitz „inakzeptabel“ sei. Man habe bereits Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen und ihm die Lage geschildert. Der Mann aus Bayern habe sich inzwischen einen Anwalt genommen. In der Vergangenheit waren nach juristischen Auseinandersetzungen mehrere Geschäfte mit Thor-Steinar-Klamotten geräumt worden, unter anderem vor drei Jahren eines in Leipzig.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe wertete die Abkehr vom Namen „Brevik“ als einen Teilerfolg. „Es ist ein gutes Signal, dass öffentlicher Druck zur Umbenennung geführt hat“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa in Chemnitz. Allerdings reiche das nicht aus. Auch in anderen Städten sei es gelungen, den Mietvertrag mit den Ladenbetreibern aufzulösen.

„Widerstand gegen den Laden ist geboten“, betonte Kolbe. Das Modelabel Thor Steinar bezeichnete sie als eine Gefahr für die demokratische Gesellschaft. Die Vize-Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Strategien gegen Rechtsextremismus verwies zugleich darauf, dass es in Sachsen weitere Läden gebe, die diese Marke im Angebot hätten. „Dies müssen wir problematisieren“, betonte Kolbe. Sie habe noch nie einen Jugendlichen erlebt, der Kleidungsstücke der Marke unbewusst getragen habe. „Thor Steinar ist ein Statement“, sagte Kolbe.

Chemnitz gilt als Hochburg der sächsischen Neonazi-Szene, der Verfassungsschutz zählt 200 Rechtsextremisten in der Stadt. In mehreren Chemnitzer Szene-Läden gibt es seit Jahren die Möglichkeit, Kleidungsstücke der Marke Thor Steinar zu erwerben. Der Widerstand dagegen hatte seinerzeit nicht die erwünschte Wirkung. Als besonders pikant beim „„Tønsberg“-Laden gilt die Lage im Brühl-Viertel. Das seit Jahren brachliegende Gebiet um den einstigen Vorzeige-Boulevard der Stadt soll in den kommenden Jahren als Uni-Karree wiederbelebt werden. Angezogen werden soll eher studentisches und damit traditionell linksalternatives Milieu. 

dpa

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