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Trotz Kritik an Antonow-Flügen: Nächste Woche erste Waffenlieferung von Leipzig in den Irak

Trotz Kritik an Antonow-Flügen: Nächste Woche erste Waffenlieferung von Leipzig in den Irak

Die erste Waffenlieferung vom Flughafen Leipzig/Halle zu den Kurden im Nordirak soll Mitte kommender Woche starten. Das sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Mittwoch auf Anfrage von LVZ-Online.

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Eine Antonow wird am Flughafen Leipzig/Halle mit Militärgütern für den Nordirak verladen. Über die Transportflüge ist eine politische Diskussion entbrannt.

Quelle: dpa

Leipzig/Berlin. Über die deutsche Zusammenarbeit mit dem russisch-ukrainischen Unternehmen Ruslan Salis, das die militärischen Transportflüge mit Antonow-Maschinen für die Bundeswehr durchführt, ist inzwischen jedoch eine politische Diskussion entbrannt.

„Wir können nicht Sanktionen auf der einen Seite entsprechend formulieren, und auf der anderen Seite Geschäfte weiterhin pflegen und damit auch militärisches Gerät in entsprechende Räume transportieren“, sagte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Franz Josef Jung dem ARD-Magazin „Fakt“. Der Ex-Verteidigungsminister hatte die Kooperation, für die jährlich mehr als 20 Millionen Euro aus Steuergeldern fließen, 2006 selbst eingefädelt. Aufgrund der politischen Lage in Russland sieht Jung nun aber Bedenken.

„Immense Sicherheitslücke für die Streitkräfte“

Auch der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour kritisierte die Kooperation mit Ruslan Salis, das von den russischen Volga-Dnepr-Airlines und dem ukrainischen Antonov Design Bureau gegründet wurde. „Dass die Fracht selbst, die Transportzeiten und Transportrouten offen auf dem Tisch liegen, ist natürlich gerade in einer angespannten Situation wie jetzt eine immense Sicherheitslücke für die Streitkräfte, aber auch für die gesamte Politik des Westens Russland gegenüber“, warnt Nouripour.

Ruslan Salis mit Sitz in Leipzig vermietet Transportflugzeuge vom Typ AN 124-100 an 18 Nato- und EU-Staaten. Die beiden Antonow-Maschinen, die in der Messestadt stationiert sind, gehören zu den größten Transportflugzeugen der Welt. Bis zur – inzwischen mehrfach verschobenen – Auslieferung des Airbus A400M ist die Bundeswehr für den Transport von Hubschraubern oder auch schweren Panzern darauf angewiesen. Auch der erste Flug von defensiven Militärgütern zu den Kurden im Nordirak vor knapp zwei Wochen wurde von Ruslan Salis abgewickelt.

Ministerium sieht Russen als zuverlässigen Partner

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Die Transall-Maschinen der Bundeswehr bieten nur den Bruchteil des Fassungsvermögens einer Antonow. Sie sollen perspektivisch ausgemustert werden.

Quelle: dpa

An den Antonow-Transporten werde trotz der Diskussion festgehalten, hieß es am Mittwoch aus dem Verteidigungsministerium. Der erste von mehreren Flügen mit Waffenlieferungen sei um den 24. September herum geplant, sagte ein Sprecher gegenüber LVZ-Online. Es gebe momentan keinen Anlass, die Verträge mit Ruslan Salis neu zu bewerten. Das Unternehmen sei ein „zuverlässiger Partner“, hieß es. „Zudem schließen die Sanktionen die Zusammenarbeit mit einem deutschen Unternehmen unter russischer Führung nicht aus“, erklärte der Sprecher. Von den beteiligten Nationen wird derzeit sogar eine Verlängerung des Vertrages geprüft.

 

Völlig abhängig von den Antonow-Flügen sei die Bundeswehr nicht, stellte das Verteidigungsministerium klar. So stünden zum Beispiel mit C5-Galaxy-Maschinen der USA sowie dem Verbund von Lufttransportflugzeugen des EATC (European Air Transport Command) in Eindhoven im Notfall Alternativen bereit, unter anderen auch deutsche Transall. Diese besitzen jedoch nur einen Bruchteil des Fassungsvermögens einer Antonow.

Statt der aktuell in den Nordirak geplanten Anzahl von Flügen – Schätzungen zufolge werden es rund zehn sein – wären dann deutlich mehr notwendig. Dies wäre für die Bundeswehr nicht nur teurer, sondern aufgrund der notwendigen Überfluggenehmigungen und Zwischenlandungen in Bagdad auch weitaus aufwändiger. Als Abflughafen käme dann nicht mehr zwingend Leipzig in Frage, wo zuletzt aufgrund von Sicherheitsbedenken Proteste laut geworden waren. Die Transall kann – anders als die in Leipzig stationierten Antonows – von jedem militärischen Flughafen starten.

Robert Nößler / dpa

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