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Tüv-Untersuchung: Vom radioaktiven Müll in Cröbern gehen keine Gesundheitsgefahren aus

Tüv-Untersuchung: Vom radioaktiven Müll in Cröbern gehen keine Gesundheitsgefahren aus

Der radioaktive Abfall aus einer Behandlungsanlage in Cröbern, der vorige Woche zunächst an die Kreiswerke Delitzsch geliefert worden war und dann weiter nach Eisenhüttenstadt in eine Papierfabrik, sei "für die menschliche Gesundheit ungefährlich" gewesen.

Delitzsch. Zu diesem Ergebnis kommt der Tüv Rheinland, der das Material untersucht hat, teilte das sächsische Umweltministerium mit. Eine Messung habe eine Belastung von 0,14 Mikrosievert/Stunde ergeben. Bei dem strahlenden Material habe es sich um Jod 131 gehandelt, das eine Halbwertzeit von acht Tagen hat.

Heinz Böhmer, Chef der Kreiswerke Delitzsch, sprach gegenüber der LVZ von einem "Sturm im Wasserglas". Das Untersuchungsergebnis lag ihm am Dienstag vor. Böhmer betonte, dass die Strahlendosis "ganz, ganz niedrig" gewesen sei und "zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr" dargestellt habe.

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) will den Vorfall trotz der offenbar unbedenklichen Werte nicht einfach so hinnehmen. "Lieferungen von belastetem radioaktivem Material müssen in Zukunft verhindert werden", sagte der Minister. Die Landesdirektion Leipzig werde von ihm aufgefordert, mit dem Betreiber der Anlage in Cröbern über den dauerhaften Einsatz eines Messgerätes auf Radioaktivität zu sprechen.

Die Experten des Tüv vermuten, dass die Kontamination aus dem medizinischen Bereich stammt. Die genaue Ursache ließe sich nicht mehr eindeutig klären, weil der Ersatzbrennstoff sehr fein zerkleinert ist. Das belastete Material könne aufgrund der kurzen Halbwertzeit nach ein paar Tagen in der Papierfabrik Eisenhüttenstadt als Ersatzbrennstoff eingesetzt werden.

Nach 2008, als schon einmal radioaktiv belastete Ersatzbrennstoffe aus Cröbern nach Brandenburg geliefert wurden, war das nunmehr der zweite Vorfall dieser Art.

Nico Fliegner

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