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Tunneldurchschlag in Thüringen: Ramsauer sieht ICE als Konkurrenz für Kurzflüge

Tunneldurchschlag in Thüringen: Ramsauer sieht ICE als Konkurrenz für Kurzflüge

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht die künftige ICE-Verbindung zwischen München und Berlin als Konkurrenz zu Flügen. Die Fahrzeitverkürzung werde mehr Reisende vom Kurzstreckenflug auf die umweltfreundliche Schiene bringen, sagte er am Mittwoch beim Durchschlag für den Bleßbergtunnel, der den Kamm des Thüringer Waldes unterquert.

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Am Mittwoch erfolgte der Durchschlag des Bleßbergtunnels, der den Kamm des Thüringer Waldes unterquert.

Quelle: dpa

Theuern. Der Tunnel ist mit mehr als acht Kilometern der längste auf dem 2,2 Milliarden Euro teuren Neubauabschnitt zwischen Franken und Erfurt. Von 2017 an sollen ICE-Züge auf der neuen Strecke die Fahrzeit zwischen München und Berlin von bisher mehr als sechs auf rund vier Stunden verkürzen.

2016 sollten die ersten Versuchsfahrten auf diesem Abschnitt beginnen, sagte ein Bahnsprecher. Noch früher fertig sein soll der nördliche Abschnitt zwischen Erfurt und Halle/Leipzig, der technisch nicht so aufwendig ist wie die Querung des Thüringer Waldes. Dafür investiert die Bahn AG auf dem 107 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem fränkischen Ebensfeld und Erfurt unter anderem in 22 Tunnel mit 41 Kilometern Gesamtlänge und 29 Brücken über 12 Kilometer. Die längste Brücke ist die vor drei Monaten fertiggestellte Ilmtal-Brücke bei Langewiesen (Ilm-Kreis) mit 1,9 Kilometer Länge.

Die Arbeiten für den 8,3 Kilometer langen und rund 200 Millionen Euro teuren Bleßbergtunnel hatten 2005 begonnen. Bahnchef Rüdiger Grube sprach von einem „Meilenstein“ für die Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Berlin, die bis zu Tempo 300 erlauben soll. Sie leiste einen Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur.

Die Landtagsfraktion der Thüringer Bündnisgrünen kritisierte dagegen, dass der Nutzen der Strecke gering sei, da sie nur wenige Zugfahrten zulasse und Güterzüge auf ihr nur nachts fahren könnten. Statt weiterer Investitionen in „Bolzstrecken“, die nur wenigen Städten nutzten, sei Geld für eine „Flächenbahn“ und eine bessere Vertaktung zwischen Bahn und Bussen nötig. Um die Kapazität auf der langen Kammquerung ohne Bahnhöfe zu erhöhen, baute die Bahn unter anderem bei Theuern am Südportal des Tunnels einen zusätzlichen Überholbahnhof.

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) sah Erfurt als künftige „Drehscheibe des Fernverkehrs“ mit der Kreuzung der ICE-Neubautrasse und der Ost-West-Verbindung per ICE zwischen Frankfurt am Main und Dresden.

Noch offen ist die Zukunft der riesigen Tropfsteinhöhle zehn Meter unter der ICE-Trasse. Sie war 2008 bei den Bauarbeiten 250 Meter nördlich des Südportals entdeckt worden. Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums ist es zum Schutz der Höhle mit meterlangen Stalaktiten und zur Sicherheit von Menschen nicht möglich, Besucher hineinzulassen. Das Land stehe aber Plänen aufgeschlossen gegenüber, zumindest durch große Glasscheiben Einblicke zu ermöglichen. Noch gebe es aber keine Konzepte, wer mit welchen finanziellem Aufwand diesen Zugang bauen könnte. Das Eigentum teile sich wahrscheinlich zwischen der Gemeinde Effelder-Rauenstein und der Bahn AG. Ein Bahnsprecher sagte, dass die „interessanten Vorstellungen aus der Region“ zwar bekannt seien, es aber bei der Bahn bisher ebenfalls noch keine Pläne dazu gebe.

dpa

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