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Überflutungen nach starken Regenfällen in Sachsen

Überflutungen nach starken Regenfällen in Sachsen

Die Hochwassersituation im Raum Chemnitz hat sich bis zum Samstagabend entspannt. Derzeit gebe es in den Landkreisen Mittelsachsen, Zwickau und dem Erzgebirgskreis keine Straßensperrungen mehr, teilte die Polizeidirektion Chemnitz- Erzgebirge mit.

Chemnitz/Görlitz. Mit dem Durchlaufen des Hochwasserscheitels der Zwickauer Mulde seien jedoch Verkehrsbehinderungen im Raum Wechselburg/Rochlitz in den nächsten Stunden nicht auszuschließen. Das für Sonntag geplante Chemnitzer Behördenfest muss ausfallen, da ein Großteil der Teilnehmer mit dem Hochwassereinsatz zu tun hat, hieß es.

Tief „Viola“ hatte am Samstag auf dem Weg gen Osten hohen Schaden verursacht. Nach starken Regenfällen waren in der Region viele überflutete Straßen und ein Abschnitt der Autobahn 72 zeitweise nicht mehr befahrbar. Rund 11 000 Haushalte waren mehrere Stunden ohne Strom. Vielerorts standen Keller unter Wasser. Stellenweise hatte es mehr als 50 Liter pro Quadratmeter geregnet, Bäche und kleinere Flüsse traten über die Ufer. Ein Gewittersturm forderte auch im benachbarten Polen ein Todesopfer.

Wegen Überflutung waren Straßen in mehreren Orten wie die Bundesstraßen 173 und 107 in Chemnitz sowie die Autobahn 72 Chemnitz- Hof zwischen Chemnitz-Süd und Stollberg-Nord zeitweise gesperrt. Mit Sandsäcken sicherte die Feuerwehr in Wilkau-Haßlau die Bundesstraße 93 vor Überflutung. Vor allem im Erzgebirge und in Chemnitz setzten übervolle kleine Flüsse Fahrbahnen unter Wasser. Dort wurden auch der Straßenbahnverkehr teilweise und der City-Bahnverkehr nach Stollberg ganz eingestellt. Zwei Pflegeheime waren von der Außenwelt abgeschnitten. „Die Bewohner sind aber sicher“, sagte Stadtsprecherin Katja Uhlemann.

Aus Sicherheitsgründen wurden 26 Trafostationen vom Netz genommen, 5000 Haushalte hatten zeitweise keinen Strom. Auch die geplante Eröffnung des Stadtbades musste abgesagt werden. „Dort ist Wasser in Keller, Maschinenräume und Foyer eingedrungen.“ Die Anlage war für vier Millionen Euro saniert worden. Im Stadtteil Harthau wurden die Schulanfangsfeiern abgesagt. „Die Grundschule war wegen Überflutung nicht erreichbar.“ Die Feuerwehr dichtete unweit davon ein Düngemittellager mit Sandsäcken ab, in dem Löschkalk gelagert ist. Anwohner berichteten, dass bei ihnen das Wasser höher im Keller stehe als bei der Flutkatastrophe von 2002.

Auch das Wasserschloss Klaffenbach stand komplett in einem See. „Von seiner Insel ist nichts mehr zu sehen“, sagte ein junger Mann. In der ganzen Stadt waren seit dem Morgen 350 Beamte der Feuerwehren, der freiwilligen Feuerwehren und des Ordnungsamtes im Einsatz. Die Pegel der Flüsse stiegen zunächst stark an, sanken am Mittag aber wieder leicht. Die Chemnitz lag am Vormittag bei 3,14 Metern, die Würschnitz bei 2,27 Metern und die Zwönitz bei 2,59 Metern. Normal seien im Sommer 40 bis 50 Zentimeter. „Wie es weitergeht, ist offen“, sagte Uhlemann.

Wegen des überfluteten Umspannwerks Jahnsdorf (Erzgebirgskreis) waren 5700 Haushalte fast vier Stunden ohne Strom. „Es musste sofort abgeschaltet werden“, sagte der Sprecher der Mitteldeutschen Energie AG enviaM in Chemnitz, Stefan Buscher. Das Wasser sei abgepumpt worden, Experten stellten jetzt das Ausmaß der Schäden fest. Die Kunden in neun Orten wurden über andere Umspannwerke oder Notstromaggregate versorgt. Es sei nicht absehbar, wann die Anlage wieder in Betrieb genommen werden kann, sagte der Sprecher. In zahlreichen weiteren Haushalten Südwestsachsens musste der Strom wegen überfluteter Keller abgeschaltet werden, so enviaM.

dpa

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