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Überlebende gedenken der Befreiung des KZ Buchenwald vor 70 Jahren

Überlebende gedenken der Befreiung des KZ Buchenwald vor 70 Jahren

Die Überlebenden des NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar erinnern am Samstag und Sonntag an ihre Befreiung vor 70 Jahren. Am 11. April 1945 hatten US-Truppen das Lager mit 21.000 Häftlingen erreicht.

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Die Gedenkstätte des früheren KZ Buchenwald mit der Cremer-Plastik.

Quelle: dpa

Weimar. Mit einer Schweigeminute auf dem ehemaligen Appellplatz wollen am Samstag etwa 80 Überlebende um 15.15 Uhr - dem Zeitpunkt der Befreiung - ihrer ermordeten Mithäftlinge gedenken.

Die Überlebenden sind aus mehreren Ländern Europas sowie aus  Australien, Israel, den USA und Kanada an den Ort ihres Leidens zurückgekehrt. Auch drei Veteranen der US-Armee, die mit ihren Panzern das Lager befreiten, sind gekommen. Am Abend werden die hochbetagten Männer und Frauen in einer „Langen Nacht“ im Deutschen Nationaltheater in Weimar das Gedenken fortsetzen - mit Vorträgen, Filmen und Musik. 

Die Nationalsozialisten ließen das Konzentrationslager Buchenwald 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichten. Die ersten Häftlinge waren Gegner des Regimes, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Kriminelle. Nach Kriegsbeginn wurden Menschen aus ganz Europa in das KZ und seine 136 Außenlager verschleppt.

Bei Kriegsende war es das größte Lager auf deutschem Boden. Insgesamt waren mehr als 250.000 Menschen aus 36 Ländern dort gefangen, darunter die Schriftsteller Jorge Semprún, Imre Kertész und der Publizist Elie Wiesel. Sie mussten Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. 56 000 wurden ermordet oder starben an Hunger, medizinischen Experimenten oder Zwangsarbeit.

Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen die 21.000 Überlebenden des teilweise geräumten KZ. Von Sommer 1945 an inhaftierten die sowjetischen Besatzungstruppen auf dem KZ-Gelände NS-Funktionäre vor allem der mittleren und unteren Ebene, später auch Denunzierte, willkürlich Verhaftete und antikommunistische Kämpfer. Bis 1950 wurden mehr als 28 000 Menschen gefangen gehalten, mehr als 7100 starben an Hunger und Krankheiten. (mit dpa)

LVZ

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