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Überwintern im Kühlschrank - Sachsens Zoos bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor

Überwintern im Kühlschrank - Sachsens Zoos bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor

Schmuckschildkröten wandern im Tierpark Aue den Winter über in den Kühlschrank. Gerade einmal vier Grad Celsius brauchen sie, um wohltemperiert über die kalte Jahreszeit zu kommen.

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Zum "Winterschlaf" werden die Schildkröten im Tierpark Aue im Kühlschrank zwischenstationiert.

Quelle: dapd

Aue/Dresden/Hirschberg. Um den Tieren exakt diese Bedingungen bieten zu können, kam man im Tierpark Aue auf die skurrile Idee, die vier Exemplare des Zoos von November bis März in den Kühlschrank zu verfrachten. „In ihrer Heimat im südlichen Nordamerika graben sich die Schildkröten auch tief im Schlamm ein, um dort zu überwintern“, sagt Zoo-Chefin Bärbel Schroller. Ähnlich wie in Aue bemühen sich derzeit alle sächsischen Zoos, ihre Bewohner optimal auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

Das Winterbett für die vier Schmuckschildkröten des Tierparkes im erzgebirgischen Aue besteht aus einer mit Wasser gefüllten Schale. Die wiederum steht in einem Fach neben Gemüse, Milch und Obst. Auf die außergewöhnliche Idee kam man in Aue, weil es in dem Tierpark keine tiefen Löcher gibt, in denen sich die Tiere bis unter die Frostgrenze einbuddeln könnten.

Heiße Kartoffeln für die Schneeaffen

„Wir mussten uns etwas anderes einfallen lassen und sind schließlich auf den Kühlschrank gekommen. Dort herrschen die gleichen Bedingungen wie im Schlamm“, sagte Schroller. Einmal die Woche wird der Kühlschrank gelüftet, ansonsten bleiben die Schildkröten bis März in der weißen Box. Dort sind sie auch sicher vor Feinden. „Draußen besteht die Gefahr, dass sie vom Fuchs ausgegraben werden“, sagt Schroller.

Auch andere Tiere bekommen in Aue mit dem Einzug der Bibbertemperaturen eine Sonderbehandlung. So etwa die japanischen Rotgesichtsmakaken, die entgegen ihres Beinamens „Schneeaffen“ keineswegs Liebhaber von Eis und Kälte sind. „Sobald die Temperaturen sinken, merkt man den Tieren an, dass sie sich unwohl fühlen“, sagt Schroller. Um den in den japanischen Bergwäldern heimischen Affen die Winterzeit im Erzgebirge dennoch erträglich zu gestalten, wird in Aue warm gekocht. „Die Affen bekommen täglich heiße Kartoffeln, an denen sie sich wärmen können“, sagt Schroller.

Mitarbeiter sammeln Laub und Beeren

Im Dresdener Zoo, wo abzüglich aller Insekten und Schwarmfische rund 2.000 Tiere leben, wird in diesen Tagen ebenfalls die Nahrung umgestellt. Huftiere bekommen hochwertiges Kraftfutter, zudem setzt der Zoo auf Selbstgepflücktes. „Unsere Mitarbeiter haben das ganze Jahr über Beeren und Äste gesammelt und getrocknet. Das wird im Winter verfüttert“, sagt der zoologische Direktor Wolfgang Ludwig.

Darüber hinaus hat der Zoo in den vergangenen Jahren viel in die Wärmedämmung seiner Gebäude investiert, um den Winter gut zu überstehen. „Eine Wintervorbereitung wie früher, als wir alles extra abdichten mussten, gibt es nicht mehr“, sagt Ludwig. Dank moderner Isolation und Thermofenstern bleibt es in Dresden ganzjährig kuschelig warm.

Ob drinnen oder draußen, diese Wahl hat indes der hierzulande wohl bekannteste Winterschläfer. Meister Petz darf in den meisten Zoos selbst entscheiden, wo er den Winter verbringen will. So auch im vogtländischen Tierpark Hirschberg, wo die vier Braunbären lediglich eine Winterruhe halten. „Die Tiere sind immer noch etwas aktiv. Wir lassen deshalb die Türen auf, damit sie immer nach draußen können“, sagt die Leiterin des Tierparks, Ramona Demmler.

Michael Klug, dapd

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