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Unfall-Schwerpunkt A14: Nördlich von Halle kracht es immer häufiger

Lkw oft beteiligt Unfall-Schwerpunkt A14: Nördlich von Halle kracht es immer häufiger

Immer wieder kracht es auf der A14 nördlich von Halle. In den letzten drei Monaten kam es allein zu sechs schweren Unfällen und endlosen Staus. Zumeist passieren die Unfälle im oder vor dem Baustellenbereich der Abfahrt Halle-Tornau. Die Nutzer der Autobahnen werden sich noch länger auf Baustellen und Staus einstellen müssen.

Erst am Mittwoch (30.03.2016) war ein Lastkraftwagen kurz hinter der Abfahrt Halle-Peißen ins Stauende gerast.

Quelle: André Böhmer

Leipzig/Halle. Immer wieder kracht es auf der Autobahn  14 nördlich von Halle. In den letzten drei Monaten kam es allein zu sechs schweren Unfällen und endlosen Staus. Erst am Mittwoch war ein Lastkraftwagen kurz hinter der Abfahrt Halle-Peißen ins Stauende gerast. Der schwer verletzte Fahrer musste per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Zumeist passieren die Unfälle im oder vor dem Baustellenbereich der Abfahrt Halle-Tornau. Die Nutzer der Autobahnen in Sachsen-Anhalt werden sich noch länger auf Baustellen und Staus einstellen müssen.

Vermutet wird, dass der Fahrer des litauischen LKW am Mittwoch während der Fahrt eingeschlafen war. Bislang seien das aber nichts weiter als Spekulationen, so Kay Christoph, Sprecher der zuständigen Autobahnpolizei Weißenfels. Die Ermittlungen dazu laufen noch. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 90.000 Euro.

Ausreichend Warnhinweisesind vorhanden

An Warnhinweisen vor der Baustelle habe es nicht gemangelt. „Das war alles in Ordnung“, versichert Christoph Krelle, Bereichsleiter bei Sachsen-Anhalts Landesstraßenbaubehörde. „Wir haben vor der Baustelle ausreichend Warnschilder aufgestellt, so wie es die bundesweit einheitliche Norm vorsieht.“ Nach seiner Kenntnis hat der LKW-Fahrern die Warnungen allesamt missachtet und ist ungebremst auf das Stauende aufgefahren.

Deutschlandweit gebe es zu wenig Kontrollen von LKW-Fahrern sagt der sächsische Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (Grüne). „Die Behörden müssen personell aufgestockt werden.“ Zugleich fordert er die Koalition in Berlin auf, einer weiteren Verlagerung des Verkehrs auf die Straße entgegenzuwirken.

Auffahrunfall am Stauende: Ein Lastwagen-Fahrer hat am 30. März 2016 das Stauende auf der Autobahn 14 zwischen Halle-Peißen und Halle-Tornau übersehen. Er fuhr auf einen Lastwagen auf und schob diesen auf einen weiteren Lkw. Eine Person wurde schwer verletzt. Foto: André Böhmer

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Von einer Unfallhäufung im Norden Halles will die Polizei dagegen nicht sprechen. Fakt sei aber, dass die Auswirkungen hier besonders zu spüren seien. Denn der Verkehr muss zumeist durch Halle umgeleitet werden, was zu endlosen Staus nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf den Nebenstrecken führt.

Allein 2015 gab es bei Unfällen auf Autobahnen in Sachsen-Anhalt 28 Tote, sagt Krelle von der Landesstraßenbaubehörde. Zwei Drittel der Unfälle seien von Lastkraftwagen verursacht worden.

Krelle gibt für die Zukunft keine Entwarnung. Bundesweit seien die Autobahnen durch die hohe Beanspruchung reparaturbedürftig, auch in Sachsen-Anhalt. Hier kommen allerdings noch die Schäden durch den Betonkrebs (Alkali-Kieselsäure-Reaktion) hinzu. 220 Kilometer Autobahn sind davon im Land betroffen. Gebaut wird momentan auf fünf Kilometer Länge zwischen den Abfahrten Halle-Trotha und Löbejün sowie in der Gegenrichtung. Eingeplant sind dafür sechs Millionen Euro. Noch einmal so viel kostet der von Betonkrebs befallene Abschnitt der A 14 zwischen Könnern und der Saalebrücke bei Plötzkau in Richtung Magdeburg. Außerdem sollen ab Mai zwischen Trotha und Tornau noch neue Betongleitwände zum Schutz von Brücken und anderen Tragwerken nachgerüstet werden, die seit diesem Jahr vorgeschrieben sind.

Die Zahl der Baustellen wird laut Krelle nicht weniger. „Bis 2025 wird nach Prognosen der LKW-Verkehr um 40 bis 60 Prozent zunehmen.“ Verwundern müsse das nicht, denn die Straße werde immer mehr zum rollenden Lager, da immer mehr Firmen Just-in-Time produzierten.

„Baustellen gehören zum Alltagfür Autobahnnutzer“

„Bundesweit sind 19 Prozent aller Fahrzeuge auf Autobahnen LKW, bei uns in Sachsen-Anhalt sind es 24 Prozent“, so Krelle, was an der zentrale Lage des Landes liege. „Täglich fahren auf den Autobahnen, die durch Sachsen-Anhalt führen, zwischen 50.000 und 80.000 Autos. Und noch eine Zahl hat er parat: „Ein LKW schädigt die Fahrbahn so stark wie 30.000 PKW.“ Was das bedeutet, müsse jedem klar sein. „Baustellen gehören zum Alltag für Autobahnnutzer. Daran wird sich nichts ändern – und darauf hat sich einfach mal jeder einzustellen.“

Mit der Westumfahrung von Halle könnte das Problem im Norden der Saalestadt etwas entschärft werden. Allerdings lässt die Fertigstellung weiter auf sich warten. Die Umfahrung (A 143) soll im Bereich der Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich von Halle durch einen langen Tunnel geführt werden, um die Natur zu schützen. Damit wird das Projekt aber deutlich teurer und die Fertigstellung rückt weiter in die Ferne. 2016 sollen die Planungen abgeschlossen sein. Um den Termin zu halten, wurde die Straßenbaubehörde in Magdeburg personell aufgestockt.

Von Andreas Dunte

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