Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Unter den Verletzten Soldaten in Afghanistan ist auch ein Dresdner

Unter den Verletzten Soldaten in Afghanistan ist auch ein Dresdner

Einer der bei Kämpfen in Nordafghanistan verletzten Soldaten kommt aus der Landeshauptstadt. Dabei handelt es sich um einen 46-jährigen Oberstleutnant der Offiziersschule des Heeres in Dresden.

Termes/Berlin. Sein Zustand ist nach Bundeswehrangaben stabil. Der Mann wird mit vier weiteren Verletzten derzeit im Lagerkrankenhaus des ISAF- Hauptquartiers für Nordafghanistan in Masar-i-Scharif behandelt, wo Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sie am Morgen besuchte. Verwundet wurden neben dem Dresdner auch ein Hauptfeldwebel (35) und ein Oberfeldwebel (27) aus Stetten am kalten Markt sowie ein Stabsfeldwebel (44) und ein Hauptfeldwebel (32) aus Amberg Noch am Freitag will der Minister mit den Verletzten nach Deutschland zurückfliegen. Am Sonntag findet in Masar-i-Scharif eine Trauerfeier für die Gefallenen statt, an der Generalinspekteur Volker Wieker teilnehmen wird. Die vier bei den Kämpfen getöteten deutschen Soldaten stammen allesamt aus Süddeutschland. Darunter sei auch ein hochrangiger Bundeswehrarzt, ein 33-jähriger Oberstabsarzt aus Ulm in Baden-Württemberg, hieß es am Freitag aus der Bundeswehr. Zudem kamen ein 38-jähriger Major aus Weiden in der Oberpfalz (Bayern) sowie ein 32-jähriger Hauptfeldwebel und ein 24- jähriger Stabsunteroffizier aus Ingolstadt (Bayern) bei dem Angriff der radikal-islamischen Taliban auf eine Bundeswehr-Patrouille am Donnerstag ums Leben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich trotz der zweiten tödlichen Attacke auf die Bundeswehr innerhalb von zwei Wochen demonstrativ hinter den Afghanistan-Einsatz. „Ich weiß, dass viele Menschen Zweifel haben, ob der Einsatz richtig ist“, sagte Merkel während ihrer USA-Reise. „Doch ich will auch sagen, dass ich ganz bewusst hinter diesem Einsatz stehe, damit das Land stabilisiert wird und selbst für seine Verantwortung sorgen kann.“ Der Oberstabsarzt und der Major sind die beiden hochrangigsten getöteten Bundeswehrsoldaten nach einem Oberstleutnant, der 2005 bei einem Anschlag in Kabul ums Leben kam. Der genaue Ablauf der Kämpfe in der Provinz Baghlan ist weiter unklar. Die Bundeswehr unterstützte dort eine Operation der afghanischen Armee zur Zurückdrängung der Taliban aus dem Umfeld einer wichtigen Brücke, die von der ISAF als „Dutch Bridge“ („Holländische Brücke“) bezeichnet wird. Drei deutsche Berater- und Unterstützungseinheiten, die in der Regel bis zu 30 Mann stark sind, waren im Einsatz. Zuerst wurde ein gepanzertes Fahrzeug vom Typ „Eagle IV“ entweder beschossen oder von einem Sprengsatz erfasst. Dass der Wagen von einer ungelenkten Rakete getroffen wurde, wie die Bundeswehr zuerst vermutet hatte, gilt inzwischen als fast ausgeschlossen. In oder um den „Eagle“ starben drei Soldaten. Später wurde ein „Yak“- Sanitätsfahrzeug beschossen. Dabei wurde der Oberstabsarzt getötet. Das Gefecht dauerte insgesamt sechs Stunden. Die innenpolitische Debatte nahm unterdessen an Schärfe zu. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, forderte ein klärendes Wort von Bundeskanzlerin Merkel (CDU). Er sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung lade mit der Debatte über die Definition des Einsatzes zu Fehlinterpretationen ein. „Hier wird in unterschiedlicher Intensität von Krieg gesprochen, dann wird von neuer Ausstattung gesprochen, dann geht es um erweitere Handlungsspielräume der Soldaten“, sagte Arnold. „Dies alles zusammen führt uns zur Sorge, dass die Koalition möglicherweise eine veränderte Strategie will.“ Seiner Ansicht nach ist ein verändertes Bundestagsmandat für den Einsatz nicht nötig - wenn die Regierung Klarheit schafft. Der SPD-Fraktionschef im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, wandte sich am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“ gegen einen überstürzten Ausstieg aus dem Afghanistan-Einsatz: „Wir sind nicht kopflos hineingegangen, und wir dürfen jetzt nicht kopflos hinausgehen.“ Wie eine repräsentative Infratest-dimap-Umfrage für die ARD ergab, wünschen sich jedoch 70 Prozent der Bürger einen möglichst schnellen Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr