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Ursache für Erdrutsch im ehemaligen Tagebau in der Lausitz ist noch unklar

Ursache für Erdrutsch im ehemaligen Tagebau in der Lausitz ist noch unklar

Einen Tag nach dem Erdrutsch in einem ehemaligen Braunkohletagebau nördlich von Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) sind Ursache und Ausmaß noch unklar. Menschen waren bei dem sogenannten Grundbruch am Dienstag nahe der Gemeinde Elsterheide nicht zu Schaden gekommen.

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Einen Tag nach dem Erdrutsch in einem ehemaligen Braunkohletagebau nördlich von Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) sind Ursache und Ausmaß noch unklar.

Quelle: dpa

Hoyerswerda. Nach Medienberichten vom Mittwoch verlor ein Schäfer 84 Tiere. Weder das Sächsische Oberbergamt in Freiberg noch der Bergbausanierer LMBV und die Gemeinde Elsterheide besaßen allerdings Informationen aus erster Hand. Das Oberbergamt ging auf Nachfrage davon aus, dass der Schäfer vermutlich der einzige Augenzeuge des Ereignisses war.

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Freiberg. Der Erdrutsch bei Hoyerswerda vom 12. Oktober ist nach Expertenmeinung durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ausgelöst worden. Der Gutachter Michael Dennhardt verwies am Dienstag in Freiberg auf die vom Sanierungsträger LMBV kurz zuvor entschiedene Ausweich-Ablagerung von knapp 10 000 Kubikmeter Boden durch mehrere Lkw auf dem späteren Schadensgebiet.

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Auf dem unbesiedelten Areal laufen derzeit Sanierungsarbeiten der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Nach einer ersten Schätzung war Erdreich auf einer Fläche von 1,8 Kilometern Länge und 600 Metern Breite abgesackt. Das entspricht einer Fläche von mehr als 100 Fußballfeldern. Wie tief die Erde nach unten rutschte, sollen nun Messungen ergeben. Laut LMBV sollte das Gelände zunächst aus der Luft fotografiert werden. „Wir können derzeit noch keine Aussagen zur Ursachen treffen, das Gelände wird gesichert“, sagte LMBV-Sprecher Volker Krause. Er bestätigte lediglich, dass fünf Lastkraftwagen in Schlamm und Erde feststecken.

Nach Angaben des Oberbergamtes sind Grundbrüche in Bergbaugebieten keine Seltenheit. „In den letzten 20 Jahren gab es das immer wieder einmal“, sagte Behördensprecher Peter Horler der Nachrichtenagentur dpa. Elsterheide gehöre aber zu den größeren Ereignissen dieser Art. Horler wollte Darstellungen nicht kommentieren, wonach der Grundbruch durch Sprengungen ausgelöst worden sei. Solche Erdbewegungen könnten auch als Folge des früheren Bergbaus entstehen. Um an die Braunkohle heranzukommen, wurde damals nicht gebrauchtes Material auf Kippen angehäuft. Diese haben eine andere Beschaffenheit als „gewachsener“ Boden und können durch eingelagertes Wasser zur Rutschgefahr werden.

Der Umweltverband Grüne Liga warnte vor neuen Tagebauen in der Lausitz. „Die Lausitz hat ein weiteres Warnsignal erhalten. Sie wird mit den Folgen des bisherigen Bergbaus noch Jahrzehnte kämpfen müssen und sollte die Planung neuer Tagebaue stoppen. Braunkohlenbergbau bleibt ein nicht beherrschbarer Eingriff“, sagte René Schuster, der Vertreter der Naturschutzverbände im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg.   

Das Oberbergamt ist nun mit der Untersuchung befasst. Horler zufolge kann das längere Zeit dauern, da Gutachten zu erstellen sind. Er verwies auf den Fall von Nachterstedt in Sachsen-Anhalt, für den noch immer kein Abschlussbericht vorliegt. Dort waren am 18. Juli 2009 rund 2,8 Millionen Kubikmeter Böschungsmasse in einen See gestürzt. Sie hatten ein Doppelhaus und eine Haushälfte in die Tiefe gerissen. Drei Menschen starben, 40 verloren ihr Zuhause.

dpa

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