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Vattenfall will an Braunkohleabbau in der Lausitz festhalten

Vattenfall will an Braunkohleabbau in der Lausitz festhalten

Vorbei die schönen Zeiten, als Vattenfall in Schweden alle drei Monate Traumgewinne vermelden konnte und das meiste davon deutschen Stromkunden zu verdanken hatte.

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Der Energiekonzern Vattenfall bleibt in der Lausitz aktiv.

Quelle: dpa

Stockholm. „Wir brauchen jetzt wohl drei Jahre, um uns zu konsolidieren“, sagte der neue Konzernchef -ystein Løseth recht kleinlaut, als er Dienstag in der Stockholmer Zentrale ein Sparprogramm mit weniger Investitionen, Personalbau, dem Verkauf von Kohlekraftwerken und vermutlich auch dem kompletten Ausstieg aus einigen europäischen Ländern ankündigte.

Zwar schloss der Norweger an der Spitze des schwedischen Staatskonzerns ausdrücklich aus, dass Vattenfall sich in irgendeiner Form aus Deutschland zurückziehen will: „Neben Schweden und den Niederlanden ist Deutschland für uns zusammen Kernmarkt.“ Hier sei man die Nr. 3 unter den Stromproduzenten, hier werde man um diese Position kämpfen.

Deshalb will Vattenfall, so der Mann an der Spitze, auch an den umstrittenen Kohlekraft-Aktivitäten in Moorburg (Hamburg), sowie den Braunkohle-Kraftwerken samt Tagebau in Ostdeutschland fest. „Wenn man sieht, was das an Einnahmen erzeugt, und wie der Bedarf an Braunkohle ist, dann ist klar, das wir da weitermachen“, sagte Løseth. „Kernaktivitäten“ eben, genau wie die durch Pannen seit 2007 fast permanent stillstehenden Atomreaktoren Krümmel und Brunsbüttel.

So ganz logisch klang das nicht, weil Løseth sonst ein langes Plädoyer für den Abschied von der Kohle zugunsten erneuerbarer Energien vortrug: Der Preisdruck durch erneuerbare Energie wie Windkraft werde immer kräftiger, der Neubau von Kohlekraftwerken eigentlich nicht mehr vertretbar. Vorerst soll das aber nur zum Verkauf von Kohlekraftwerken in Ländern wie Dänemark und Polen führen.

Druck für Vattenfalls Abschied von Kohlekraftwerken mit ihrem hohen CO2-Ausstoß macht seit diesem Jahr die schwedische Regierung als einziger Anteilseigner. Dass der immer neue Zukauf von Auslandstöchtern mit diesem fossilen Energieträger nicht recht in eine grüne Energiepolitik passt, dämmerte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson allerdings erst, als Vattenfalls Gewinnüberführung in die Staatskasse immer dürrer ausfielen.

So nannte denn Løseth als oberstes Ziel des jetzt eingeleiteten Schrumpfprozesses die Rückgewinnung der alten Ertragskraft und nicht die „grünen“ Ziele. Für ersteres müssen ganz dringend wieder die Vattenfall-Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel ans Netz, die in deutschen Medien den wenig freundlichen Beinamen „Pannen-Reaktoren“ haben. Seit 2007 stehen sie fast permanent still, was Vattenfall allein im zweiten Quartal dieses Jahres 100 Millionen Euro kostete.

Noch viel schwerer wiegt in Stockholm die Schuldenlast aus dem Kauf des niederländischen Nuon-Konzerns für 8,5 Milliarden Euro Anfang 2009. Løseths Vorgänger Lars G. Josefsson wollte hier seinen Eroberungszug für Vattenfall als europäischem Großkonzern krönen. Und zahlte nach einhelliger Meinung von Beobachtern einen viel zu hohen Preis. Als dann auch die erwarteten Einnahmen für den Verkauf des deutschen Stromnetzes viel niedriger ausfielen als erwartet, fiel Josefssons Stern ganz schnell. Sein von Nuon kommender Nachfolger muss nun kleinere Brötchen backen. Oder, um im Bild des Konzernnamens Vattenfall zu bleiben, mit einem kleineren Wasserfall operieren.

Thomas Borchert, dpa

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