Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verlängerung der A 14: Vorerst dreht sich in Sachsen-Anhalt kein Rad

Ausbau Verlängerung der A 14: Vorerst dreht sich in Sachsen-Anhalt kein Rad

Beim Weiterbau der sogenannten Altmarkautobahn nördlich von Magdeburg dreht sich vorerst kein Rad. Das ist die eigentliche Botschaft, die Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Dienstag durch die Blume zu verkünden hatte.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (61) bleibt dabei: 2020 ist die A 14 bis Wismar fertig.

Quelle: dpa

Magdeburg. Beim Weiterbau der sogenannten Altmarkautobahn nördlich von Magdeburg dreht sich vorerst kein Rad. Das ist die eigentliche Botschaft, die Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Dienstag durch die Blume zu verkünden hatte.

Zwar liegen mit dem Änderungsbeschluss für den nächsten Abschnitt von Colbitz bis Dolle (Landkreis Börde) jetzt die Pläne für den Weiterbau der A-14-Nordverlängerung vor. „Damit ist das vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vorgeschriebene ergänzende Verfahren abgeschlossen“, warb Webel bei seinem Arbeitsbesuch in der Landesstraßenbaubehörde um Optimismus. „Wir wollen die grünste Autobahn Deutschlands intensiv weiterplanen und bis 2020 vollenden.“

Webel gab sich allerdings keine sonderlich große Mühe, den Ärger über Vogel- und Käferfreunde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu verbergen. Das Verhältnis zum Landesverband bezeichnete er als „kompliziert“. Es wurmt den einstigen Landrat des Bördekreises sichtlich, dass der Autobahnbau ausgerechnet in seinem Revier seit Jahren stockt. „Umweltverbände haben erkannt, dass der Ausbau der Infrastruktur durch Tierschutz verhindert werden kann“, grollte der Minister.

Die nach einer BUND-Klage vor zwei Jahren von den Leipziger Bundesrichtern aufgegebenen Nachbesserungen seien berücksichtigt. Vögel wie der Ziegenmelker und Insekten wie Nachtkerzenschwärmer, Eremit und Steinbock werden nicht wesentlich beeinträchtigt, versicherte Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes. Der geänderte Plan mit 156 Seiten wird von Mitte bis Ende Februar in mehreren betroffenen Orten öffentlich ausgelegt. Bis Ende März könnte dagegen geklagt werden. „In diesem Fall müsste der Beschluss erneut gerichtlich geprüft werden“, so Pleye.

Studium der Pläne bis Ende Februar

„Wir klagen eigentlich gar nicht gern“, versicherte Oliver Wendenkampf vom BUND gestern, „sondern nur dann, wenn wir dazu genötigt werden.“ Der Landesgeschäftsführer des BUND will die überarbeiteten Pläne bis Ende Februar genau studieren. „Nach Bundesnaturschutzgesetz müssen wir alle Eingriffe in Natur und Umwelt prüfen“, so Wendenkampf. „Bei Verstößen gegen geltendes Recht bleibt nur der Klageweg.“

Doch selbst, wenn alles reibungslos ablaufen sollte, kann der knapp elf Kilometer lange Autobahnabschnitt, der rund 77 Millionen Euro kosten soll, noch nicht gebaut werden. Denn er ist untrennbar mit dem nächsten Abschnitt bis Lüderitz (Kreis Stendal) verbunden, der weitere71 Millionen Euro kosten soll und gegen den noch eine Klage anhängig ist. Behördenchef Pleye gab das Ziel aus, noch in diesem Frühjahr den Leipziger Richtern alle nötigen Unterlagen vorzulegen, sodass die ruhenden Klageverfahren wieder aufgenommen werden können.

„Es geht weiterhin zügig voran“, machte Minister Webel sich und den seinen Mut. „Wir bauen genauso schnell wie die Chinesen – nur mit der Planung dauert es meist etwas länger.“ Nach den bisherigen Erfahrungen betonte der61-Jährige: „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit!“

Zwei Drittel aller Ingenieurbauwerke zwischen Magdeburg und Schwerin seien dem Naturschutz geschuldet, betonte Straßenbauplaner Jörg Przesang. Auch auf kommenden Autobahnabschnitten sieht der Chefplaner noch Reibungsflächen, so etwa bei der Querung des Mittellandkanals und der Elbe.

Gesamtlänge von 155 Kilometern

Einen Kompromissvorschlag des BUND, die bereits vorhandene Brücke der Bundesstraße 189 über die Elbe zu nutzen, wurde von Amts wegen belächelt. „Auf der nördlichen Brückenseite steht das Ortseingangsschild von Wittenberge“, gab Uwe Langkammer von der Landesstraßenbaubehörde zu bedenken. „Das macht sich beim Autobahnbau nicht so gut.“

Die künftige Autobahn 14 Magdeburg–Wittenberge–Schwerin verläuft auf einer Gesamtlänge von 155 Kilometern zum größten Teil durch Sachsen-Anhalt (97 Kilometer), aber auch durch Brandenburg (32) und durch Mecklenburg-Vorpommern (26 ). Sie schließt eine der letzten Lücken im mittel- und norddeutschen Autobahnnetz. Für die Realisierung des Neubauvorhabens sind insgesamt rund 1,25 Milliarden Euro veranschlagt.

Webel bekräftigte gestern das Ziel, bis 2020 in einem schnellen Autobahnritt von Dresden über Leipzig bis nach Wismar fahren zu können. Der Bedarf sei vorhanden. Neben Vorteilen für die Wirtschaftszentren sieht der Minister auch ganz private: „Wenn wir um acht in Magdeburg losfahren, sind wir um zehn am Strand in Kühlungsborn – alles wunderbar!“

Um das nach jahrelanger Verspätung zu schaffen, hat sein Ministerium zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. „Wir haben nachgebessert und meinen es ernst mit dem Naturschutz“, so Webel. „Ich appelliere nun an den BUND, es im Interesse der Altmärker dabei zu belassen und nicht mehr zu klagen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr