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„Verordnete Freundschaft“ – Schau über DDR und die Sowjets

DSF „Verordnete Freundschaft“ – Schau über DDR und die Sowjets

Diese Freundschaft existierte vor allem auf Propaganda-Plakaten. Die Berliner Ausstellung „Verordnete Freundschaft“ erzählt vom schwierigen Zusammenleben von DDR-Bürgern und sowjetischen Soldaten.

Uniformierte Zeitzeugen und kostümierte Teilnehmer der Nachstellung des Kriegsendes bei Torgau (Sachsen) am Elbufer vor Schloss Hartenfels.

Quelle: dpa

Berlin. Regina Wagner hat vom Schicksal ihres Vaters erst nach der deutschen Wiedervereinigung erfahren. Als junger Sowjet-Soldat  hatte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Deutsche verliebt, die von ihm schwanger wurde. Doch obwohl der Staat ihnen offiziell Freundschaft verordnete, waren in der Realität persönliche Beziehungen zwischen DDR-Bürgern und sowjetischen Soldaten nicht erwünscht. Sie wurden streng geahndet. 

Reginas Vater musste 1946 nach Russland zurückkehren. „Ich hatte schon als Kind Sehnsucht nach meinem Vater“, wird Regina Wagner in der Berliner Schau „Verordnete Freundschaft - Die sowjetische Besatzung 1945 bis 1994“ zitiert. 

Die von der DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier kuratierte Ausstellung ist bis zum 30. August im Abgeordnetenhaus der Hauptstadt zu sehen.  Mit Zeitzeugen-Berichten, Fotos, Dokumenten und Propaganda-Plakaten wird das halbe Jahrhundert lebendig, in dem Sowjets und DDR-Bewohner miteinander, aber vor allem nebeneinander lebten. 

Die deutsch-sowjetische Freundschaft war von oben verordnet und durfte nicht infrage gestellt werden. Auf Propaganda-Plakaten wurde 1951 das Motto „Von den Sowjetmenschen lernen, heißt siegen lernen!“ verbreitet. Ihren Alltag teilten DDR- und Sowjetbürger nicht. Die Soldaten und ihre Vorgesetzten lebten in Kasernen und abgeriegelten KGB-Vierteln. 

Die Ausstellung erzählt vom harten Leben der Soldaten, aber auch von den sowjetischen Speziallagern, in denen Regimegegner und andere missliebige Menschen inhaftiert wurden. Ein eigenes Kapitel ist dem Aufbau der DDR-Staatssicherheit unter Anleitung und Aufsicht sowjetischer „Berater“ gewidmet. Dokumentiert wird auch das Leben der vielen Arbeiter, die freiwillig oder unter Zwang im Uran-Bergbau schufteten. „Alles blüht und ich vergeh“, kommentierte einer der strahlenkranken Arbeiter sein Schicksal.

Elke Vogel, dpa

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