Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 0 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verschwundene Sachsensumpf-Akten - Opposition fordert Aufklärung

Verschwundene Sachsensumpf-Akten - Opposition fordert Aufklärung

Das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) forscht nach Akten aus dem eigenen Haus. Nachdem die frühere Referatsleiterin für den Bereich Organisierte Kriminalität (OK) am Mittwoch bei ihrer Vernehmung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum „Sachsensumpf“ ein Fehlen zahlreicher Dokumente anmerkte, forderte die Opposition am Donnerstag erneut eine lückenlose Aufklärung.

Voriger Artikel
Stadt Dresden erwartet in diesem Jahr weniger Rechtsextreme am 13. Februar
Nächster Artikel
Mett mit Keimen belastet - auch Leipziger Supermärkte betroffen

Simone Skroch, frühere Referatsleiterin, erhob schwere Vorwürfe gegen das Landesamt für Verfassungsschutz.

Quelle: dpa

Dresden. Wie das LfV auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, waren einzelne Akten zur Organisierten Kriminalität schon 2007 nicht auffindbar. Damals hatten Meldungen über OK-Netzwerke, in die angeblich Juristen und Polizisten verwickelt sein sollten, wochenlang für Schlagzeilen gesorgt.

Nach der Ausschusssitzung stellt sich die Frage, ob die vormalige Referatsleiterin Simone Skroch mit ihren Aussagen eine neue Lawine losgetreten hat. Ihre Behauptungen würden sich wohl in erster Linie auf Schriftstücke beziehen, die nicht im Registraturprogramm des LfV erfasst seien, teilte die Behörde am Donnerstag mit. „Mithin kann eine Aussage, ob diese Akten fehlen, nicht getroffen werden, da nicht festgestellt werden kann, ob diese Akten überhaupt existiert haben“, hieß es wörtlich. Skroch hatte gesagt, dass neben 27 Quellenberichten auch 12 Treffvermerke fehlen - Dokumente, die nach einer Begegnung von Informanten mit LfV-Leuten angelegt werden. Skroch wunderte sich, dass zwar noch Spesenbelege vorhanden sind, nicht aber die Vermerke.

Skroch gilt als Schlüsselzeugin für den „Sachsensumpf“. Der Begriff tauchte erstmals 2007 auf. Damals berichteten Medien über Dossiers des Geheimdienstes zu angeblichen OK-Netzwerken in Sachsen. Darin sollten Juristen und Polizisten verstrickt sein. Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelte, fand aber keine Belege. Die Regierung setzte externe Prüfer ein, die aus der Korruptionsaffäre eine Aktenaffäre machten. Skroch wurde vorgeworfen, in „blindem Jagdeifer“ und mit „blühender Fantasie“ Akten aufgebauscht zu haben. Die Juristin wies das stets zurück. Gegen sie wurden zahlreiche Disziplinar- und Ermittlungsverfahren wegen Verleumdung, falscher Verdächtigung und Verfolgung Unschuldiger geführt.

Das Fehlen von Dokumenten war bereits im April 2012 aktenkundig geworden. In einem Strafverfahren wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen gegen einen Mitarbeiter Skrochs hatten dessen Anwälte aufgelistet, dass im gesamten Aktenkonvolut nachweisbar mindestens 66 registrierte Dokumente komplett fehlten - die meisten davon zu Vorgängen im Vogtland. Der SPD-Obmann Karl Nolle im U-Ausschuss griff den früheren LfV-Präsidenten Reinhard Boos und seinen Vize Olaf Vahrenhold an. Unter ihnen und der Aufsicht des Innenministeriums sei das Landesamt eine „Vereinigung zum Verschwinden von Akten“ geworden. „Der sogenannte Sachsensumpf ist in Wirklichkeit ein Aktensumpf“, sagte Nolle.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr