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Viele Flüchtlinge aus Dresdner Heeresschule unregistriert weitergereist

Unterkunft Viele Flüchtlinge aus Dresdner Heeresschule unregistriert weitergereist

Von den 200 ursprünglich am Sonnabend in die Offizierschule des Heeres eingezogenen Flüchtlingen sind derzeit nur noch 50 vor Ort. Die übrigen haben mit Verweis auf Besuche bei Bekannten und Verwandten die Unterkunft unregistriert verlassen. Das bestätigte Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion Sachsen auf Anfrage.

Die Offiziersschule des Heeres in Dresden

Quelle: dpa

Dresden. Inzwischen leben nach einer „Auffüllung“ aber wieder über 200 Asylsuchende in der Turnhalle der Heeresschule. Auch der Sprecher des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Sachsen bestätigte einen erneuten Zuzug in der Nacht zu Freitag.  
„Es ist richtig, dass ein Großteil der am Sonntag eingezogenen Flüchtlinge sich im Laufe des Montags eigenständig zur Weiterreise auf den Weg gemacht hat. Nach Aussage gegenüber Helfern wurde vereinzelt geäußert, dass man zu Verwandten, Freunden will. Das DRK hat diesen Vorgang rechtzeitig gemeldet“, so DRK-Sprecher Torsten Wieland. Da die Flüchtlinge das Camp jedoch jederzeit frei verlassen dürfen, gäbe es von Seiten des DRK keine Handhabe, diese am Verlassen der Erstaufnahmeeinrichtung zu hindern, hieß es vom Roten Kreuz weiter. Niemand wisse nun, wo sie stecken, sagte ein Sprecher des Sächsischen Innenministeriums am Freitag. „Das Problem ist, dass sie nun nicht im System sind.“ Da immer wieder Flüchtlinge ihre Unterkunft vor der Registration verließen, fehle ein Überblick darüber, wie viele insgesamt im Land unregistriert unterwegs seien.  

Keine Registrierung wegen fehlenden Personals - Neue BaMF-Mitarbeiter erst im November

Trotz ständig steigender Flüchtlingszahlen auch in Sachsen wird die Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erst ab November verstärkt. Die Bamf-Mitarbeiter entscheiden über die Asylanträge der Flüchtlinge. „Wir sind in den Ländern dringend auf eine personelle Verstärkung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge angewiesen, um die Asylanträge schneller abzuarbeiten“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Erst am vergangenen Wochenende waren 271 Asylbewerber in die Dresdner Heeresschule eingezogen. Dass sie nicht alle unmittelbar registriert werden konnten, habe auch mit dem Personalmangel zu tun, sagte der Ministeriumssprecher.

Aufbau von zwei weiteren Zelten an Schnorrstraße läuft

Unterdessen läuft der Aufbau der weiteren Zelte an der Schnorrstraße. „Das DRK beschafft im Auftrag der Landesdirektion weitere beheizbare Großzelte und wird bei einem Aufbau wieder beratend zur Seite stehen“, sagte Wieland.   Das erste Zelt mit Heizung und einer Strecke für die Essensausgabe sei in Betrieb. Ein Grundstock an Toiletten- und Duschcontainern ist aufgestellt und wird weiterhin aufgerüstet. Darüber hinaus soll ein sogenannter MedPoint, der zukünftig durch freiwillige Ärzte der Uniklinik betreut werden soll, in einem Container eingerichtet sowie ein Container für die Campleitung.

Leipziger "Flüchtlings-Drehkreuz" weiterhin unklar

Unterdessen ist immer noch unklar, ob in Leipzig ein Drehkreuz zur Verteilung von Flüchtlingen entsteht. Ein Sprecher von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wehrte sich gegen den Eindruck, dass sich die Stadt einem solche Vorhaben in den Weg stelle. „Das ist nicht richtig. Ein solches Drehkreuz liegt in Zuständigkeit des Bundesinnenministeriums und des sächsischen Innenministeriums sowie der Bahn.“
Die Stadt Leipzig sei zunächst gar nicht involviert. „Nach unserer Kenntnis haben sowohl Innenbehörden wie auch die Bahn Bedenken gegen ein solches Drehkreuz.“ Mögliche Gründe dafür seien Sicherheitsfragen und Bedenken wegen fehlender Unterbringungsmöglichkeiten vor Ort. Die Johanniter teilten am Freitag mit, dass die Spendensammelstelle für Flüchtlinge in Leipzig vergrößert werde. Von nächster Woche an könne eine Halle im Straßenbahnhof Leutzsch als Annahme und Lager genutzt werden. Der Umzug wurde nötig, weil die Spendenbereitschaft der Bevölkerung weit größer war als gedacht und größere Räume her mussten. Zudem war die bislang genutzte Halle lediglich ein Provisorium und langfristig nicht geeignet.

jv/dpa

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