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Vier Jahre Haft für tödliche Messerattacke in Wurzen

Vier Jahre Haft für tödliche Messerattacke in Wurzen

Das Landgericht Leipzig hat Wladimir K.* wegen der tödlichen Messerattacke Anfang des Jahres in Wurzen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Gericht konnte keine Affekthandlung in der Tat erkennen.

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Das Landgericht Leipzig hat Wladimir K.* wegen der tödlichen Messerattacke Anfang des Jahres in Wurzen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt.

Leipzig/Wurzen. Es wertete allerdings K.s Geständnis als mildernd.

„Es ist sehr selten, dass vor einer Kammer ein Prozess verhandelt wird, in dem sich das Verhältnis von Opfer und Täter so verwischt“, sagte Richter Hans Jagenlauf bei der Urteilsverkündung. Es war das Dilemma, das den Prozess beherrscht hatte. Denn K. war bis zur Tat nicht polizeilich aufgefallen, während das Opfer Pawel P.* ein polizeibekannter Krimineller und Schläger war. Diesen Widerspruch versuchte das Gericht bei seinem Urteil herauszuarbeiten.

Das Gericht schloss sich der Einschätzung des Gutachters an, der keinen Totschlag im Affekt in der Tat vom Februar erkennen konnte. „Die Voraussetzung war zwar gegeben“, so Richter Jagenlauf. „Allerdings müsste sie sich nur in einem sehr kurzen Zeitraum manifestiert haben, was unwahrscheinlich ist.“ Denn K. handelte unmittelbar nach der Tat sehr planvoll, indem er das Messer verschwinden ließ und seine Flucht vorbereitete. Zudem war das Gericht davon überzeugt, dass er mit der festen Absicht handelte, P. zu töten. Die finale Stichwunde in der Brust, als das Opfer bewusstlos oder sterbend am Boden lag, spreche dafür.

Trotzdem erkannte die Kammer nur einen minder schweren Totschlag in dem Verbrechen: Es sei unstrittig, dass zunächst K. einem Angriff von P. ausgesetzt war. Zudem wertete das Gericht neben K.s vorher unauffälligem Verhalten besonders positiv, dass er geständig war. „Er hat sich freiwillig gestellt und zur Aufklärung beigetragen“, so Jagenlauf. Auch die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass ansonsten die Ermittlungen ohne Erfolg hätten abgeschlossen werden müssen.

Mit der Strafe von vier Jahren blieb das Gericht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die fünf Jahre und sechs Monate Haft als angemessen empfunden hatte, und schloss sich den Vorstellungen der Verteidigung an – ohne allerdings ihre Auffassung zu teilen. K.s Anwältin Annette Clement-Sternberger hatte die außergewöhnliche Gefühlslage betont, in der sich ihr Mandant während der Tat befunden habe und die auf eine Affekthandlung schließen ließe. Dementsprechend zwiegespalten fiel dann auch der Kommentar der Anwältin nach dem Urteil aus: „Ich bin zufrieden, dass sich das Gericht meinen Vorstellungen bezüglich der Höhe der Haftstrafe angeschlossen hat. Nichtsdestotrotz wird sich mein Mandant überlegen, ob er Revision einlegt.“ Er hoffe auf ein noch milderes Urteil, dass seine Todesangst während der Tat stärker berücksichtige.     

(*Namen geändert)

Kai Kollenberg

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