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Waffenlieferung von Leipzig in den Irak gestartet – Triebwerksschaden verzögerte Abflug

Waffenlieferung von Leipzig in den Irak gestartet – Triebwerksschaden verzögerte Abflug

Mit gut zwölfstündiger Verspätung ist in der Nacht zum Donnerstag die erste deutsche Waffenlieferung an die Kurden im Nordirak gestartet. Um 1.52 Uhr sei die Maschine mit Waffen und Munition am Flughafen Leipzig/Halle gestartet, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am Morgen gegenüber LVZ-Online.

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Das Transportflugzeug mit der Waffenlieferung für den Nordirak ist in der Nacht zum Mittwoch von Leipzig gestartet.

Quelle: dpa

Leipzig. An dem Flugzeug, einer niederländischen McDonnell Douglas KDC-10, mussten zuvor Reparaturarbeiten durchgeführt werden.

„Es lag ein Defekt an einer Hydraulikleitung sowie ein Triebwerkschaden aufgrund eines Vogelschlags vor“, erklärte der Sprecher. Zur Behebung der Probleme an der Maschine musste am Abend ein Ersatzteil eingeflogen werden. Ursprünglich wollte die Bundeswehr bereits um 13 Uhr starten. Durch die Havarie verschob sich der geplante Abflugtermin auf drei Uhr in der Nacht. „Da ein Slot frei war, hat die Flughafen-Koordination den Flug vorgezogen“, so der Sprecher weiter.

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Leipzig. Die Leipziger Grünen fordern ein Ende der Waffenlieferungen vom Flughafen Leipzig/Halle aus. „Der Flughafen hat sich zu einem militärischen Drehkreuz entwickelt“, sagte Vorstandssprecher Jürgen Kasek am Dienstag. Für dieses Szenario gebe es aber keine Schutzmaßnahmen.

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Protest gegen „Kriegsflüge“ vor der Nikolaikirche

Am Vormittag wird das Flugzeug in Bagdad erwartet, wo die Waffenlieferung zunächst kontrolliert wird. Im Laufe des Tages soll die Maschine dann ins nordirakische Erbil weiterfliegen. Die Ladung – 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 G3-Gewehre und 20 Maschinengewehre – sind für die Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet bestimmt. Auf diese erste Lieferung sollen bis Anfang Oktober weitere folgen. Insgesamt sollen 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet werden.

Unterdessen demonstrierten am Mittwochnachmittag vor der Nikolaikirche in der Leipziger Innenstadt knapp 40 Friedensaktivisten und Fluglärm-Gegner gegen die „Kriegsflüge“. „Wir wollen die Menschen darauf aufmerksam machen, dass von deutschem Boden ein Krieg unterstützt wird. Und das aus der Stadt der friedlichen Revolution. Ich finde das eine Schande“, so Michael Teske, Vorstandsvorsitzender der IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle.

Antonow flog zeitgleich nach Afghanistan

Die Bundeswehr will insgesamt 600 Tonnen Material in den Irak schicken. Alle Transporte sollen über den Flughafen Leipzig/Halle abgewickelt werden. Die nächsten Lieferungen würden voraussichtlich wieder mit russischen Antonows geflogen, sagte Presse-Offizier Christoph von Löwenstern in Leipzig. Die ursprünglich dafür vorgesehene Maschine sei am Mittwoch jedoch für einen Transport nach Afghanistan im Einsatz gewesen, hieß es von der Bundeswehr. Im Vorfeld war aufgrund der Russland-Sanktionen Kritik an der Partnerschaft der Nato mit dem russisch-ukrainischen Unternehmen Ruslan Salis bei militärischen Transportflügen laut geworden.

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Protste gegen Waffenlieferung

Quelle: Dirk Knofe

Auch eine Gruppe von Bundeswehrausbildern, die die Kurden vor Ort an den Waffen einweisen sollen, saß am Mittwochabend weiter in Bulgarien fest - ebenfalls wegen eines defekten Flugzeugs. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommentierte die Verzögerungen nicht. Sie räumte Probleme beim Lufttransport ein, betonte aber zugleich, alles in allem sei die Bundeswehr „hoch leistungsfähig“.

Den Bundeswehrausbildern war zuvor tagelang von den irakischen Behörden die Einreise verweigert worden. Und schon ihr Aufbruch in Deutschland hatte unter keinem guten Stern gestanden: Als sie am Freitag auf dem Nato-Flugplatz Hohn in Schleswig-Holstein losfliegen wollten, war die vorgesehene Transall ebenfalls defekt.

Die Bundeswehr startet am Donnerstag (10.30 Uhr) auch ihren ersten Ebola-Hilfsflug nach Westafrika. Eine Frachtmaschine soll vom Flughafen Köln/Bonn rund zehn Tonnen Material in die senegalesische Hauptstadt Dakar bringen. Von dort aus soll später eine Luftbrücke nach Monrovia in Liberia eingerichtet werden.

nöß / jhz / dpa

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