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Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Mitteldeutschland: Lehrer treten in den Ausstand

Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Mitteldeutschland: Lehrer treten in den Ausstand

Dresden/Leipzig. Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind am Donnerstag von Gewerkschaftsvertretern erneut zu Warnstreiks aufgerufen worden.

„Wir rechnen damit, dass sich bis zu 2500 Mitarbeiter beteiligen werden“, sagte Verdi-Bezirksleiter Thomas Voß am Donnerstag.

Aufgerufen sind unter anderem Beschäftigte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Landesrechnungszentrums Thüringen sowie der Autobahnmeistereien und Straßenbauämter aller drei Bundesländer. Zudem werde es auch in Dresden, Halberstadt, Halle, Jena, Leipzig und Magdeburg Kundgebungen geben.

Sachsens Lehrergewerkschaften gehen davon aus, dass die meisten Schulen in Dresden, Leipzig und Chemnitz vom Warnstreik betroffen sind. „Es gibt eine sehr hohe Bereitschaft unserer Lehrer, für die Ziele der Gewerkschaften zu kämpfen“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes,  Jens Weichelt, am Mittwoch.

Ähnlich äußerte sich die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Sabine Gerold. „Die Resonanz ist sehr gut, und das, obwohl wir erst am vergangenen Wochenende aufgerufen haben“, sagte sie auf Nachfrage.  

Der Sächsische Lehrerverband rechnet in Leipzig mit der Unterstützung von rund 1000 Pädagogen. "Mehr als die Hälfte der Leipziger Schulen wollen sich beteiligen", sagte Sandra Müller, Geschäftsführerin des Verbandes. Von 8.30 bis 9.30 Uhr sei ein Streikfrühstück mit Kundgebung vor dem Volkshaus an der Karl-Liebknecht-Straße geplant. Der Ausstand soll um 11 Uhr enden.

Die hohe Streikbereitschaft hat nach Einschätzung der Gewerkschaften unter anderem mit zurückliegenden Auseinandersetzungen etwa um die Rückkehr zur Vollbeschäftigung zu tun. Das betreffe vor allem auch die Art und Weise des Umgangs miteinander, sagte Gerold mit Blick auf die harte Linie der Regierung dabei. „Unsere Lehrer mussten in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel wegstecken. Und sie haben dabei gelernt, dass sie um ihre Belange kämpfen müssen“, stimmte Weichelt zu.   

Gerold griff zudem Kultusminister Roland Wöller (CDU) an, der am Vortag davor gewarnt hatte, den Tarifstreit im öffentlichen Dienst auf dem Rücken der Schüler auszutragen. Als oberster Dienstherr der Lehrer solle er nicht bei den Gewerkschaften, sondern vielmehr bei Finanzminister Georg Unland (CDU) Verhältnismäßigkeit anmahnen.

„Der Finanzminister kennt nur ein Argument der Zurückweisung: Sachsens Lehrer kosten schon genug Geld.“ Wöller indes unterschätze die Wirkung der hartnäckigen Zurückweisung. Die Lehrer würden demotiviert und sei auch abschreckend für den Lehrernachwuchs.   

Neben den Lehrern sind für diesen Donnerstag weitere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks aufgerufen. Am Dienstag kommender Woche soll es dann einen ganztägigen Warnstreik im gesamten Freistaat geben. Hintergrund sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen.

Vor der nächsten Tarifrunde für die 600 000 Angestellten der Länder am 9. und 10. März in Potsdam wollen die Gewerkschaften noch einmal Druck auf die Arbeitgeber ausüben.

mro/dpa

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