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Warten im Hotel - Naunhofer Ehepaar erlebt Madeira-Unwetter auf Geburtstagsreise

Warten im Hotel - Naunhofer Ehepaar erlebt Madeira-Unwetter auf Geburtstagsreise

Funchal/Leipzig. Auf Madeira ebbt das schwere Unwetter ab. Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Auch Flüge auf die portugiesische Ferieninsel verlaufen wieder planmäßig.

Schwere Unwetter hatten die Urlaubsregion am vergangenen Wochenende verwüstet und mindestens 42 Menschen das Leben gekostet. Mitten im Katastrophengebiet befindet sich das Naunhofer Ehepaar Hans-Heinrich und Almut Banitz. Die beiden Sachsen haben Mitte Februar ihre 65. Geburtstage gefeiert und sich die Reise nach Madeira selbst geschenkt.

Doch bereits auf dem Hinflug am vergangenen Donnerstag kündigte sich an, dass dies nicht der erhoffte Traumurlaub wird. Heftige Turbulenzen begleiteten den Flug, bis der Pilot schließlich 300 Kilometer vor der Inselhauptstadt Funchal umdrehte und in Sevilla zwischenlandete.

Erst Stunden später erreichten sie sicher ihren Urlaubsort. Auch zum sechs Kilometer westlich vom Zentrum gelegenen Hotel kam das Paar ohne weitere Zwischenfälle.

Der Freitag zeigte sich dann noch von der schönen Seite. „Bei Sonnenschein spazierten wir nach Funchal und konnten alles sehen, als es noch in Ordnung war“, sagt Hans-Heinrich Banitz. Am Abend hätten sie für die folgenden Tage Busfahrten und Mietwagen buchen können. „Zum Glück haben wir das nicht gemacht, weil wir die Insel erst einmal zu Fuß erkunden wollten“, berichtet der 65-Jährige weiter. Denn aus den geplanten Ausflügen wäre ohnehin nichts geworden.

„In der Nacht darauf fing der Sturm an“, sagt Almut Banitz. Am Sonnabend mussten sie den ganzen Tag im Hotel bleiben. „Wir haben kurzerhand Tischtennisschläger ausgeliehen und uns an der Platte die Zeit vertrieben“, so die Randleipzigerin.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe bekamen die Hotelgäste dann über einen Bildschirm im Foyer mit. „Dort laufen rund um die Uhr Livebilder von den wirklich betroffen Stellen“, berichtet Hans-Heinrich Banitz. Besonders erschreckend fand er die Aufnahmen der verheerenden und immer größer werdenden Fluten. „Überall, wo das Wasser aus den Bergen herunter kann, findet es auch seinen Weg“, fährt er fort. „Dabei reißen die Fluten alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt.“

 „Am Freitag noch haben wir in einer Boutique in Funchal mit dem 75-jährigen Besitzer geplaudert. Die lag direkt im jetzigen Katastrophengebiet“, fügt Almut Banitz hinzu. Was aus dem Laden geworden ist, wissen sie nicht.

 

Von ihrem Hotel aus können die Eheleute nur weniger schwere Folgen des Unwetters direkt beobachten. „Man sieht zahlreiche Arbeiter, die wie Ameisen die Massen an angeschwemmtem Holz beseitigen“, erzählt Hans-Heinrich Banitz.

„Wirklich schlimm ist es aber in Funchal“. Dort komme man nur mit schwerem Gerät weiter. Auch der Westen der Insel sei schwer betroffen und komplett gesperrt. „Man sieht immer wieder Hubschrauber, die in den westlichen Teil der Insel fliegen“, erzählt Almut Banitz.

Linienbusse fahren nicht mehr. Auch für Autos sind die meisten Straßen gesperrt. „Wir können im Prinzip nichts von dem machen, wofür wir eigentlich her gekommen sind“, bedauert die 65-Jährige. Besonders das Wandern im Gebirge und entlang der Levadas, der zum Teil über 500 Jahre alten künstlichen Wasserläufe der Insel, hätte sie gereizt.

„Am schlimmsten ist es natürlich für die Leute von hier, nicht für uns Gäste“, stellt ihr Mann klar. Er und seine Frau hatten das Jahrhunderthochwasser 2002 unmittelbar als Fluthelfer in Grimma erlebt. „Da weiß man, dass nicht alle Schäden in ein paar Wochen beseitigt sein werden“, fährt er fort. Ob sie ihren Urlaub fortsetzen, wollen sie in den nächsten Tagen entscheiden.

stb

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