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Wechsel nach 30 Jahren: Julia Nauhaus wird neue Direktorin des Lindenau-Museums

Wechsel nach 30 Jahren: Julia Nauhaus wird neue Direktorin des Lindenau-Museums

Die Kunst- und Literaturhistorikerin Julia Nauhaus wird neue Direktorin des Lindenau-Museums in Altenburg. Die 36-Jährige bringe auch fachlich alle Voraussetzungen mit, um das Haus lange zu führen, sagte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) am Dienstag.

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Jutta Penndorf wird am 1. Juli von Julia Nauhaus als Direktorin des Lindenau-Museums abgelöst.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Sie arbeite derzeit im städtischen Museum Braunschweig und werde zum 1. Juli Jutta Penndorf ablösen, die das Lindenau-Museum gut 30 Jahre lang leitete und dann in den Ruhestand geht. Für den Posten gab es 54 Bewerber, sieben davon kamen in die engere Auswahl.

Besonders gereizt habe sie die Verbindung von alter und zeitgenössischer Kunst im Lindenau-Museum, sagte Nauhaus. Sie kündigte an, die Digitalisierung und Erforschung der Sammlungen voranzutreiben. Auch will sie den Bekanntheit erhöhen. „Es wäre schön, wenn das Museum kein Geheimtipp mehr wäre, was es zumindest in Westdeutschland - soweit ich es beurteilen kann - noch ist.“

Ihr Anliegen sei es, mehr Besucher in das Museum zu locken. Denn ein Nachteil des Hauses ist die von größeren touristischen Zentren abgeschiedene Lage in Ostthüringen. So finden jährlich nur etwa 20 000 Gäste den Weg dorthin. Breitet das Museum andernorts seine Kunstschätze aus, ist die Resonanz oft deutlich größer. So hatte 2009 eine Schau mit 35 Arbeiten aus der Altenburger Sammlung früher italienischer Malerei in Paris in nur drei Monaten rund 142 000 Besucher angelockt. Derzeit sind etwa 40 solcher Werke im Bucerius Kunst Forum in Hamburg zu sehen. Die Sammlung mit 180 Tafelbildern gilt als die größte ihrer Art außerhalb Italiens.

Nauhaus räumte am Dienstag ein, dass sie noch kein umfassendes Konzept für die Zukunft des renommierten Museums habe und dies erst vor Ort entwickeln wolle. „Wir haben keine Museumsdirektorin gesucht, die alles anders macht“, betonte Landrat Rydzewski. „Wir haben ein gut geführtes Haus.“ Wichtig sei ein Generationswechsel zu jemandem gewesen, der einen neuen Blick auf das Museum entwickle, erklärte die amtierende Direktorin Penndorf. Zudem müsse der nach 1945 entwickelte Umgang und Ausbau der Sammlungen fortgeführt werden.

Das Museum, 1848 gegründet von dem Staatsmann und Kunstsammler Bernhard August von Lindenau (1779-1854), beherbergt neben den kostbaren italienischen Tafelbildern auch antike Keramik und Gipsabgüsse, zeitgenössische Kunst mit Gemälden etwa von Otto Dix, Conrad Felixmüller und Hans Grundig sowie eine rund 40 000 Blätter zählende grafische Sammlung. Dazu gehört die wohl umfassendste Kollektion des Künstlers Gerhard Altenbourg in öffentlichem Besitz. Nach ihm ist auch der Preis benannt, den das Museum seit 1998 alle zwei Jahre vergibt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die Künstler Micha Ullman, Cy Twombly und Carlfriedrich Claus.

Vorangetrieben werden momentan die Vorbereitungen für einen Erweiterungsbau des der Dresdner Gemäldegalerie nachempfundenen Gebäudes von 1876. So werde ein Gebäude- und Raumnutzungskonzept erarbeitet, das Voraussetzung für einen Förderantrag sei, erklärte Rydzewski. Er rechne damit, dass die Kosten des wohl zwei bis fünf Millionen Euro teuren Anbaus zu etwa 90 Prozent über Fördermittel bestritten werden können. Der Antrag solle noch in diesem Jahr gestellt werden, damit es vielleicht 2013 losgehen könne. Der Landkreis ist Träger des Museums, das unter anderem Platz für neue Depots und einen Fahrstuhl braucht.

dpa

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