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Weg vom rigiden Kurs: Minister wollen Schulen auf dem Land erhalten

Weg vom rigiden Kurs: Minister wollen Schulen auf dem Land erhalten

Sachsen verabschiedet sich vom rigiden Kurs in der Schulpolitik. Bis auf weiteres solle es im Freistaat keine zusätzlichen Schulschließungen mehr geben, sagten die Minister Brunhild Kurth (Kultus, parteilos) und Frank Kupfer (Agrar, CDU) in Dresden.

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Quelle: Andreas Doering

Dresden. Der Bestandsschutz greife vor allem im ländlichen Raum, in Leipzig, Dresden und Chemnitz ständen sowieso keine weiteren Schulschließungen an.

Hintergrund ist der demografische Wandel, der in den vergangenen Jahren zu einem dramatischen Rückgang der Schülerzahlen geführt hat. Folge war, dass seit 1995 mehr als 1000 Schulen dichtgemacht wurden. Zwar steigen die Schülerzahlen sachsenweit mittlerweile wieder an, das aber nur in den großen Städten. Im ländlichen Raum setzt sich der alte Trend fort, was nach bisherigem Muster zum Aus für mehr als 100 weiteren Standorten geführt hätte.

Pünktlich zur Bundestagswahl wollen Kurth und Kupfer dem jetzt einen Riegel vorschieben. "Weitere Schließungen können nicht mehr die Antwort sein auf sinkende Schülerzahlen im ländlichen Raum", sagte Kurth. "Wir müssen neue Wege gehen." Und Kupfer meinte: "Unser gemeinsames Ziel ist ein lebendiger, lebenswerter ländlicher Raum."

Im Zentrum steht ein zeitlich befristetes Schulschließungs-Moratorium mit insgesamt vier Unterpunkten. Demnach soll es ab sofort an Grundschulen einen jahrgangsübergreifenden Unterricht geben. Konkret werden dann die Klassen 1 und 2 sowie 3 und 4 jeweils von einem Lehrer unterrichtet. Das ist zwar jetzt schon möglich, wird aber wegen bürokratischer Hürden von Schulen kaum in Anspruch genommen. Zweitens sollen Kommunen stärker kooperieren. Auch hier ist das Ziel dasselbe: Durch die Zusammenarbeit können die geforderten Mindestschülerzahlen erreicht und Grundschulen erhalten werden.

Ähnlich ist das Verfahren im Bereich der Oberschulen. Jedoch weichen die beiden Minister hier noch stärker vom bisherigen Kurs ab. So sieht das Schulgesetz Klassenstufen mit mindestens zwei Klassen und 40 Schülern vor. In Zukunft aber sollen Ausnahmen möglich sein. Der Unterricht kann auch nur in einer Klasse stattfinden, ohne dass eine Zwergenschule vor dem Aus steht. Negativ-Folge: Die Wahlmöglichkeiten für Schüler in einigen Fächern werden eingeschränkt.

Als letzten Punkt für den Erhalt der Standorte auf dem Lande sprechen sich die Minister für eine Tandemlösung aus. Dabei arbeiten eine zwei- sowie eine einzügige Oberschule zusammen, sofern sie nahe beieinander liegen. Um diese beiden letzten Punkte festzuzurren, muss das Schulgesetz geändert werden. Das könne aber erst in der Legislatur ab 2014 geschehen, so die Minister. Um dennoch schnelles Handeln zu ermöglichen, soll der Katalog per Moratorium abgesichert werden. Standorte, deren Aus bereits beschlossen ist, sind allerdings nicht geschützt.

Der Landeselternrat begrüßte den Vorstoß. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Vizechef Peter Lorenz. Skeptisch ist dagegen der Schülerrat, der Qualitätseinbußen befürchtet. Noch härter ging die Opposition zu Werke. Das Paket sei "nur Schall und Rauch", sagte Cornelia Falken (Linke), von "Placebo-Pillen" sprach Eva-Maria Stange (SPD). Beide forderten eine sofortige Runderneuerung des Schulgesetzes - und nicht erst nach 2014.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Jürgen Kochinke

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