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Weihnachtsbotschaften von Sachsens Bischöfen gegen Terror und Hass

Nach dem Terroranschlag Weihnachtsbotschaften von Sachsens Bischöfen gegen Terror und Hass

Die Bischöfe der Kirchen in Sachsen haben nach dem Terroranschlag in Berlin zum Widerstand gegen Wut und Hass aufgerufen. Der Zentralrat der Muslime rief dazu auf, sich nicht Terrorismus und Stimmungsmache zu beugen.

Eine lebensgroße Krippe aus geschnitzten Holzfiguren steht vor dem Ratsherrenportal der Wenzelskirche in Naumburg.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Bischöfe der Kirchen in Sachsen haben nach dem Terroranschlag in Berlin zum Widerstand gegen Wut und Hass aufgerufen. „Wenn wir Weihnachten feiern, dann bezeugen wir, die Botschaft der Engel ist stärker: Fürchtet euch nicht!“, sagte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, laut vorab verbreitetem Predigtmanuskript am Heiligabend. „Wir lassen uns die Zuversicht nicht nehmen!“ Es gelte, die Verantwortlichen in der Politik zu ermutigen, alles Mögliche zu tun, was eine wehrhafte Demokratie fördert.

Heinrich Timmerevers

Heinrich Timmerevers

Quelle: dpa

Im Gedenken an die Opfer von Berlin „beten wir für uns selbst, dass wir uns nicht verwirren lassen, blinde Menschenverachtung nicht mit Menschenverachtung und Hass nicht mit Hass beantworten“, sagte er. „Und wir stimmen nicht ein in die vernehmbaren Hetzparolen.“ Der Bischof des Bistums Görlitz, Wolfgang Ipolt, verwies darauf, dass Weihnachten Hoffnung schenkt und den Weg dorthin zeigt, wo der Tod besiegt sei. „Wer dem Licht von Weihnachten folgt, der kann nicht in die Irre gehen.“

Wolfgang Ipolt.

Wolfgang Ipolt.

Quelle: dpa

Am Vorabend hatte der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing in seiner Weihnachtsbotschaft Selbstbegrenzung und Bescheidung angemahnt. „Wir müssen uns selbst begrenzen, wenn wir nicht uns selbst, den gesellschaftlichen Frieden und das Wohl dieser Welt gefährden wollen.“

Carsten Rentzing

Carsten Rentzing

Quelle: epd

In ihren Weihnachtsbotschaften rufen die Kirchen dazu auf, Terror und weltweiter Gewalt mit Entschlossenheit, Mut und Zuversicht zu begegnen. „Die Weihnachtsbotschaft erreicht uns in diesem Jahr in Tagen voller Hiobsbotschaften“, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Freitag in München. Weihnachten lade dazu ein, „sich nicht von der verbreiteten Nervosität und Gereiztheit anstecken zu lassen“, sondern der tröstenden Geschichte von der Geburt Jesu und der Nähe Gottes zu den Menschen zu vertrauen, „sie in die Seele einzulassen, und sich von ihr tragen zu lassen“.

Heinrich Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm

Quelle: dpa

Mit Blick auf den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sagte Bedford-Strohm im hr1-Talk: „Weihnachten ist ein Fest und beinhaltet eine Freude, die das Dunkle mit einschließt, die nicht vor dem Leid davonrennt.“ Die Geschichte Jesu sei von Anfang an eine Geschichte der Bedrohung, des bedrohten Menschseins. Sie ist aber am Ende „eine Geschichte, die zeigt, dass die Gewalt nicht das letzte Wort hat, sondern dass das Leben siegt. Und deswegen ist dieses Weihnachtsfest mit einer Botschaft gefüllt, die kraftvoller nicht sein könnte, gerade in den schweren Tagen jetzt“, sagte Bedford-Strohm nach Angaben des Hessischen Rundfunks in einem Gespräch, das am zweiten Weihnachtstag gesendet wird.

Der Zentralrat der Muslime rief dazu auf, sich nicht Terrorismus und Stimmungsmache zu beugen. „Wir alle, die Religion allemal, stehen für Versöhnung und stehen auf gegen Hass und Gewalt“, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek in einer am Freitag in Köln verbreiteten Grußbotschaft: „Unser Land wird sich weder den Terroristen beugen, noch denen, die den Terroristen in die Arme spielen, indem sie gegen Flüchtlinge und Muslime Stimmung machen.“ Mazyek betonte, man bete für Deutschland und Berlin. „Wir beten ebenso für die vielen Getöteten und Entrechteten in Syrien, Irak und anderswo auf der Welt und geben ihnen so eine Stimme.“

Aiman Mazyek

Aiman Mazyek

Quelle: dpa

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz waren am Montagabend zwölf Menschen getötet worden. Der Tatverdächtige, der Tunesier Anis Amri, wurde am Freitag in der Nähe von Mailand von der italienischen Polizei erschossen.

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, rief nach dem menschenverachtenden Anschlag zu einem friedlichen Miteinander auf. In ihrem am Freitag in Magdeburg veröffentlichtem Weihnachtswort sagt sie: „In unserem Land steigt die Angst: vor dem Fremden, vor der weltweit zunehmenden Aggression und Gewalt.“ Der Anschlag in Berlin habe tief erschüttert. Zugleich warnte sie vor einer zunehmenden harten und kalten Gesellschaft. „Mitgefühl ist unser lebendiger Impuls. Nicht die Gnadenlosigkeit oder Resignation“, sagte die Landesbischöfin.

Ilse Junkermann

Ilse Junkermann

Quelle: dpa

Der Weltkirchenrat forderte in seiner Weihnachtsbotschaft einen besonderen Schutz für Kinder. In allen Ländern der Erde seien sie Risiken und Bedrohungen ausgesetzt, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf. Konflikte, Gewalt und andere Angriffe auf ihre verletzlichen Körper und Seelen machten aus vielen kleinen Menschen schon früh Opfer. Mehr Kinder als je zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg seien auf der Flucht. Laut UN sind etwa die Hälfte aller 65 Millionen Flüchtlinge Mädchen und Jungen. Im Weltkirchenrat sind protestantische, anglikanische und orthodoxe Kirchen vertreten. Die katholische Kirche ist kein Mitglied.

Der Lutherische Weltbund (LWB) rief dazu auf, die Weihnachtszeit mit Freude zu begehen. Das gelte auch, wenn die „schönen Bilder und frohmachenden Botschaften“ oft im Kontrast zu den weltweiten Problemen und Konflikten stünden, erklärte LWB-Präsident Munib Younan. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land erinnerte zugleich an das Gemeinsame katholisch-lutherische Reformationsgedenken mit Papst Franziskus, das im Oktober im schwedischen Lund stattfand. Dieses historische Ereignis habe gezeigt, dass die Christen mehr eine als trenne.

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