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Wetterdienst: "Wahrscheinlich längste Tornadospuren, die es je in Deutschland gab"

Wetterdienst: "Wahrscheinlich längste Tornadospuren, die es je in Deutschland gab"

Großenhain/Mühlberg. Der Tornado am Pfingstmontag hat nach Schätzungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf einer Strecke von 80 bis 100 Kilometer gewütet.

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Ein von herabgefallenen Dachteilen zerstörtes Auto steht am Sonntag in Mühlberg an der Elbe. Eine Windhose hatte unter anderem hier heute zahlreiche Dächer abgedeckt und Autos zerstört.

Quelle: dpa

„Das wäre eine der längsten Tornadospuren, die es je in Deutschland gab“, sagte Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter beim DWD, am Dienstag. Der Wetterdienst prüfe derzeit, ob es über dem Gebiet zwischen Mühlberg in Brandenburg und Großhartau in Sachsen sogar mehr als einen Wirbelsturm gab. Durchschnittlich kommt es in Deutschland zu 20 bis 60 Tornados im Jahr

Die Unwetter hatten in Brandenburg und Sachsen schwere Schäden angerichtet und ein Mädchen das Leben gekostet. In mehreren Orten wurden Häuser durch die Wirbelstürme beschädigt. Im sächsischen Großenhain verletzte sich ein sechsjähriges Mädchen schwer und starb Stunden später an den Folgen im Krankenhaus - es hatte in einem Auto gesessen, auf das ein entwurzelter Baum fiel.

In nördlich von Dresden gelegenen Großenhain und der Umgebung wütete ein Tornado und riss bei einer Reihe von Häusern die Dachpfannen herunter. In der Ortschaft Walda-Kleinthiemig verloren gar 80 Prozent der Häuser ihre Dächer, wie die Polizei berichtete. Umgestürzte Bäume versperrten Anfahrtswege. Der Meißener Landrat Arndt Steinbach richtete einen Katastrophenstab ein.

Großenhains Oberbürgermeister Burkhard Müller (CDU) sprach am Dienstag von einer „Schneise der Verwüstung“ in seiner Stadt. Es werde Tage und Wochen dauern, bis alle Schäden beseitigt sind. Der Landkreis Meißen stellte für Großenhain eine Soforthilfe von 250 000 Euro bereit. In einigen Ortsteilen fehlte am Vormittag noch der Strom. Die Schulen blieben geschlossen, da zunächst die Sicherheit der Gebäude geprüft werden sollte.

Auch der Zugverkehr kam in der Region teilweise zum Erliegen. Die Fernzüge zwischen Dresden und Berlin wurden umgeleitet. Laut Bahn ist auch noch am Dienstagmorgen mit Einschränkungen zu rechnen. Umgestürzte Bäume, Äste und Schlamm behinderten auch den Straßenverkehr auf den sächsischen Autobahnen A 13 und A 4.

Auch in Leipzig kam es zu Behinderungen. Nach Angaben der Feuerwehrleitstelle stürzten zwischen 16 Uhr und 16.30 Uhr mehrere Bäume auf die Straße. Dadurch mussten der Cottaweg an der Ecke zur Hans-Driesch-Straße, die Brandiser Straße sowie die Pittlerstraße kurzzeitig gesperrt werden. Personen oder Fahrzeuge seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es.

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Mühlberg/Großenhain. Der Tornado schlug nur wenige Minuten zu, aber die Schäden waren beträchtlich. Als der Wirbelsturm vor einem Jahr die Städte Mühlberg im Süden Brandenburgs und Großenhain in Sachsen heimsuchte, hinterließ er eine Spur der Zerstörung. An jenem 24. Mai wurden Dächer abgedeckt, Hauswände eingedrückt und mehr als tausend Bäume wie Streichhölzer umgeknickt oder entwurzelt.

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Am Dienstagmorgen begannen in Sachsen die Aufräumarbeiten. Autofahrer müssen vor allem auf den Straßen in Großenhain, Radeberg und Leppersdorf mit umgestürzten Bäumen rechnen, teilte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes mit. Auch bei der Bahn gibt es wegen umgekippter Bäume und defekter Leitungen Einschränkungen. Die zwei Bahnhöfe in Großenhain sind laut einem Sprecher vorerst nicht nutzbar. Auch der Zugverkehr zwischen Dresden und Ostendorf-Okrilla sowie zwischen Arnsdorf und Grossröhrsdorf lag am Vormittag still. Fernzüge werden umgeleitet, auf den Regionalstrecken verkehren Busse.

Eine von der Nordsee heranziehende, labil geschichtete Luftmasse sei auf wärmere Luft getroffen. Diese Wetterentwicklung habe sich in teilweise schweren Gewittern entladen, erklärte der Potsdamer Meteorologe des DWD, Gerd Saalfrank, das Unwetter in Brandenburg. Stellenweise gingen dort 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter nieder, berichtete der Wetterfachmann.

In Brandenburg raste ein Wirbelsturm durch die knapp 4500 Einwohner zählende Stadt Mühlberg und deckte die Dächer von schätzungsweise 20 Häusern ab, wie die Polizei berichtete. Außerdem sollen mehrere Bäume auf Autos und Häuser gestürzt sein.

Die von dort nach Sachsen führende Elbbrücke wurde mehrere Stunden lang gesperrt. Am späten Abend gab die Polizei sie wieder für den Verkehr frei, ihre Statik soll jedoch am Dienstag überprüft werden. Wegen anfangs unpassierbarer Zufahrtsstraßen kamen Einsatzkräfte der Feuerwehr nur mühsam voran. Vorübergehend fiel im gesamten Stadtgebiet der Strom aus. Die Kirche wurde beschädigt.

Auch in anderen Teilen Deutschlands - so im Osten und im Norden - gab es Gewitter und Unwetter. Allerdings hielten sich die Schäden meist in Grenzen. Bäume knickten um und Keller liefen voll. In Berlin etwa musste die Feuerwehr am Montagnachmittag zwischen 16 und 19 Uhr 38 Mal wegen der Unwetter ausrücken.

Am Abend gab der Deutsche Wetterdienst für alle Gewitter-Gebiete Entwarnung: „Die Gewitter haben sich abgeschwächt und sind weitgehend nach Tschechien und Polen abgezogen.“

Im anderen Teilen Deutschlands war der Pfingstmontag der bislang wärmste Tag des Jahres. In Mannheim wurden bis 28 Grad gemessen, in Offenbach 27, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach auf Basis vorläufiger Daten. „Das war in Süddeutschland vielerorts ein Sommertag."

dpa/nöß

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