Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
„Who killed Khaled?“- 3500 Menschen erinnern in Dresden an ermordeten Eritreer

„Who killed Khaled?“- 3500 Menschen erinnern in Dresden an ermordeten Eritreer

Rund 3500 Menschen haben am Sonnabend des ermordeten Flüchtlings Khaled I. gedacht. Sie forderten die lückenlose Aufklärung der Todesumstände und die Bestrafung des oder der Schuldigen.

Voriger Artikel
Friedliche Demonstrationen: 15.000 Menschen bei Meile der Demokratie in Magdeburg
Nächster Artikel
Deutsche Bahn wird im Fernverkehr etwas pünktlicher - verfehlt aber eigene Zielmarke

Mit einem Marsch durch die Dresdner Innenstadt gedachten Tausende Bewohner des ermordeten Asylbewerbers Khaled I.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Zudem müssten Rechte und Sicherheit von Flüchtlingen gewährleistet werden. Bislang ist unklar, warum der 20-Jährige, der erst vor vier Monaten nach Deutschland gekommen war, umgebracht wurde.

Viele der Demonstranten befürchteten, dass die Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben könnte. Einige Redner äußerten ihre Besorgnis, dass der Mord möglicherweise nicht als rassistisch motiviert erkannt werde. Dresden habe ein Problem mit Rassismus. Aufgrund der maßgeblich durch Pegida aufgeheizten Stimmung gegen Flüchtlinge hätten viele Migranten Angst, am Montag auf die Straße zu gehen.

Bei der Auftaktkundgebung auf dem Jorge-Gomondai-Platz hatte neben mehreren Migranten sowie Vertretern des sächsischen Flüchtlingsrates und der Opferberatung des RAA Sachsen auch die Ausländerbeauftragte der Stadt Dresden, Kristina Winkler, gesprochen. „Wir alle stehen in der Verantwortung, die Schwächsten der Gesellschaft zu integrieren und zu schützen“, sagte sie. Es sei ein Armutszeugnis für Dresden, dass Flüchtlinge hier Angst haben müssten. Unter den Demonstranten waren auch Stadt- und Landräte sowie Vertreter des Staatsschauspiels Dresden.

„Who killed Khaled?“

phpP53kk620150117192352.jpg

Hunderte Migranten erinnerten mit Fotos und Sprechchören an Khaled I.

Quelle: Tanja Tröger

Nach einer Schweigeminute für Khaled I. setzte sich der Demonstrationszug in Richtung Altstadt in Bewegung. Die an der Spitze marschierenden Eritreer fragten immer wieder laut und eindringlich: „Who killed Khaled?“ (Wer hat Khaled umgebracht?). Außerdem riefen sie „Ich bin Khaled“, „No space for Racism“ (kein Platz für Rassismus) und „Walk together“ (gemeinsam laufen). Insgesamt zogen zwischen 3000 und 4000 Menschen friedlich von der Neustadt über die Carolabrücke zum Polizeipräsidium an der Schießgasse, weiter zur Frauenkirche und von dort zum Landtag, den sie gegen 18.15 Uhr erreichten.

Dort sorgte die Tatsache für Irritation unter den Teilnehmern, dass der Bernhard-von-Lindenau-Platz komplett abgeriegelt war und von einer Hundertschaft Polizisten geschützt wurde. Es verlautete, dass der Landtagspräsident seine Genehmigung verweigert habe, den Platz zu nutzen. Die Demonstrationsteilnehmer blieben besonnen und hielten ihre Abschlusskundgebung auf der Straße Terrassenufer/Am Zwingerteich ab. Gegen Ende der dreistündigen Veranstaltung war die Teilnehmerzahl aufgrund der Temperaturen auf unter 2000 gesunken.

Der 20-jährige Khaled I. aus Eritrea war am Montag tot neben dem Wohnhaus in Leubnitz-Neuostra gefunden worden, in dem er mit sieben weiteren Asylbewerbern in einer Wohngemeinschaft lebte. Nachdem die Polizei zunächst mitteilte, dass sie keinerlei Anzeichen für Fremdeinwirkung habe feststellen können, wurden bei der Obduktion etliche Messerstiche in Hals und Brust entdeckt, an denen der junge Mann verstorben war.

Grünen-Politiker Beck verteidigt Anzeige gegen Dresdner Ermittler

Unterdessen hat der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, seine gegen die Dresdner Ermittlungsbehörden im Fall des getöteten Asylbewerbers verteidigt. „Wenn es Fehler gab, müssen sie analysiert werden. Wir müssen feststellen, wer dafür verantwortlich ist und die Fehler für die Zukunft abstellen“, sagte Beck dem Sender WDR 5. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte die Strafanzeige als nicht hilfreich bei der Aufklärung bezeichnet. Der Grünen-Politiker Beck sagte dazu dem Sender: „Das klingt ein bisschen nach Vertuschen.“ Becks Anzeige richtet sich gegen unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt.

ttr/dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr