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Wie die Wohnung im Sommer kühl bleibt

Wie die Wohnung im Sommer kühl bleibt

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, verwandeln sich viele Wohnungen in Saunen. Um die Zimmertemperatur auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, reichen aber schon ein paar einfache Tricks - ganz ohne energiefressende Klimaanlagen.

Berlin. Drei wesentliche Dinge sind im Sommer in der Wohnung: ein wirksamer Sonnenschutz, ausreichende Belüftung und der Verzicht auf überflüssige Wärmequellen. „Alles, was an Wärme gar nicht erst ins Haus hineinkommt, muss auch nicht wieder teuer hinausbefördert werden", sagt Uwe Bigalke, Energieexperte der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin. Der äußere Sonnenschutz ist die effektivste Methode. „Untersuchungen zeigen, dass außen liegende Beschattung die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduziert, ein innen liegender Schutz nur um bis zu 25 Prozent", rechnet Bigalke vor. Denn wenn das Licht die Scheibe passiert, wandeln sich Teile seiner Energie im Raum in Wärme um. „Und gerade moderne, beschichtete Fenster wirken dann wie ein Treibhaus: Was im Winter nützt, ärgert im Sommer." Außen angebrachter Sonnenschutz können Jalousien, Fensterläden oder Markisen sein, wobei Mieter vor allen Eingriffen in die Bausubstanz oder in das äußere Erscheinungsbild in jedem Fall die Erlaubnis des Vermieters einholen sollten. Innen liegender Sonnenschutz wie Vorhänge, Blenden oder Rollos sollten möglichst hell sein, Jalousien am besten silberfarben: So reflektieren sie das Licht am besten. Juliane Dorn von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig empfiehlt eine Kombination: „Wer draußen nichts anbringen darf oder möchte, kann sich zur Not auch ein paar leichte Stoffbahnen vors Fenster hängen." Getönte oder beschichtete Sonnenschutzfenster können sich für große Südfenster lohnen. Allerdings behindern sie die Sonneneinstrahlung auch im Winter. Dorn rät daher im Zweifelsfall eher zu selbstklebenden Reflektionsfolien: „Die können von innen angebracht werden und beeinträchtigen die Sicht kaum." Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. „Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. „Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." Am besten sei Querlüften mit weit geöffneten Fenstern und Türen. Ein Ventilator kann bei großer Hitze zwar keinen Raum abkühlen, aber für Erleichterung sorgen - durch den Luftzug. „Er verteilt natürlich nur die Luft, aber es gibt einen Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Kälte", sagt Liane Reichhart vom Netzwerk Haushalt in Korbach (Hessen). Außerdem sollten alle großen Wärmequellen im Haus - wie Computer, Deckenfluter oder auch Plasmafernseher - nur dann benutzt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden: „Der Kampf gegen Außenwärme ist sinnlos, wenn man gleichzeitig im Raum unnötig Wärme erzeugt", sagt Bigalke. Wer diese Maßnahmen beherzigt, sollte die Wärme im Haus schon deutlich reduzieren können - auf jeden Fall effizienter, als dies mobile Klimageräte schaffen. „Zu den Anschaffungskosten kommen noch die beträchtlichen Stromkosten", warnt Bigalke. Auch nachhaltig seien diese Geräte nicht: „Effizienzklasse A heißt noch lange nicht, dass die wenig Energie verbrauchen."

„Bei Kompakt- und Blockgeräten muss der Schlauch mit der abführenden Luft durch offene Fenster oder Türen nach außen transportiert werden - ein Widerspruch in sich", ergänzt Dorn. Wer trotzdem eines brauche, sollte zusätzlich auf effektiven Sonnenschutz setzen und die Geräte nicht unnötig im Stand-by-Modus belassen. Viel weniger Last mit Sommerhitze - und umgekehrt auch mit Winterkälte - gibt es in Wohnungen mit guter Dämmung. „Das ist letztlich das A und O, wenn man sich teure Klimaanlagen ersparen will", sagt Bigalke. Hilfreich sei auch natürlicher Schatten durch Laubbäume, die im Sommer Schatten spenden und im Winter kostbares Licht durchlassen: „Vor einem Umzug sollte man auf solche Faktoren achten", empfiehlt Dorn. Und was, wenn es trotzdem unerträglich heiß geworden ist in Haus oder Wohnung? „Luftig anziehen, kühle Tücher an die Handgelenke, lauwarm duschen, dünne Bettdecken", rät Reichhart. Auch aufgestellte Wasserschüsseln, vorgekühlte Nachtkleidung oder feuchte Vorhänge könnten helfen. Doch sind sie nur nachträgliche Kosmetik. „Eines sollte man aber auf keinen Fall tun", warnt Bigalke mit einem Augenzwinkern: „Die Wärme mit einer offenen Kühlschranktür bekämpfen. Denn da entsteht hinten mehr Hitze, als sie vorne wegkühlen."    

Gian-Philip Andreas, dpa

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