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Wie gesund sind Sachsens Wälder - Inventur nimmt nicht nur Baumkronen in den Blick

Wie gesund sind Sachsens Wälder - Inventur nimmt nicht nur Baumkronen in den Blick

Inventur in Sachsens Wäldern: Experten nehmen seit Mittwoch ausgewählte Bäume unter die Lupe. Bei der jährlichen Waldzustandserhebung sind sieben Inventurtrupps drei Wochen unterwegs, um den Gesundheitszustand des Forstes zu erfassen.

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Inventur: Wie sehr sind Sachsens Wälder durch Umweltschadstoffe und Kilmawandel betroffen?

Quelle: André Kempner

Dresden/Pirna. An 283 Punkten begutachten sie stichprobenartig die Kronen von rund 6800 Bäumen, prüfen Insektenfraß, Schädlingsbefall, den Einfluss von Schadstoffen, Nährstoffversorgung, Pilzbefall oder Stammschäden.

„Ihre Beobachtungen geben Auskunft darüber, inwiefern der Wald unter Umweltverschmutzung und Klimaveränderung leidet“, sagte der Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst, Thomas Rother.

„Fehlende, vergilbte und vertrocknete Nadeln und Blätter sind sichtbare Reaktionen auf verschiedenen Stresssituationen, denen Bäume ausgesetzt sind“, erklärte Rother. Neben Frost- oder Hitzeperioden stellten vor allem eine hohe Konzentration bestimmter Schadstoffe im Boden und in der Luft eine Belastung dar. Zudem schädigten Blattfraß von Schmetterlingsrauben oder der Befall von Borkenkäfern gesunde Nadeln und Blätter. Um herauszufinden, inwieweit der Wald belastet ist, wird ein sogenanntes Stichprobennetz über den Freistaat gelegt, sagte Rother. An den ausgewählten Punkten würden dann Laub- und Nadelbäume untersucht.

„Die Experten schätzen ihre Vitalität ein, suchen nach Insektenfraß, Borkenkäfern, Pilzbefall und Stammschäden“, erläuterte Rother. Eichen litten in diesem Jahr unter den Schmetterlingsarten Frostspanner und Eichenwickler. „Die Fraßgesellschaft hat regional differenziert stark zugeschlagen.“ Den Fichten dagegen mache die Trockenheit zu schaffen, andere Bäume im Erzgebirge seien durch Schwefeldioxid aus der Luft geschädigt. Die Veränderungen könnten anhand des Kronenzustands erkannt und Risiken bewertet werden, sagte Rother. Die Informationen seien eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz und zur Entwicklung der Wälder.

„Der Blick in die Kronen hilft, die Situation einzuschätzen“, sagte Rother. Die von den Teams ermittelten Daten fließen in den Waldzustandsbericht, der traditionell am Jahresende vorgestellt wird - 2011 der inzwischen 21.. „2010 war bei allen Baumarten eine leichte Verbesserung zu verzeichnen“, sagte Rother. Damals wurden 14 Prozent der Waldfläche als deutlich und 43 Prozent als schwach geschädigt eingestuft. Weitere 43 Prozent wiesen keine Schadmerkmale auf.

Im Freistaat gibt es 523 292 Hektar Wald. Gut ein Drittel der Bäume sind Fichten, ein knappes weiteres Drittel Kiefern. Die häufigsten Laubbaumarten sind Birke (7 Prozent), Eiche (6 Prozent) und Buche (3 Prozent).

Der Gesundheitszustand der Fichte in den Mittelgebirgen hat sich laut Rother seit 2010 verbessert. Dazu trugen der Rückgang der Schwefeldioxid-Emissionen, der Kampf gegen Versauerung und für eine bessere Nährstoffversorgung durch Bodenschutzkalkung und der Waldumbau bei, sagte Rother. „Extreme Trockenphasen führen aber immer wieder zu Blattfall und Nadelverlust.“

dpa

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