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Winzer zur Lippe beendet Gastspiel in Thüringen

Weingut bei Weimar Winzer zur Lippe beendet Gastspiel in Thüringen

Es war ein schwieriges Kapitel für Sachsens Top-Winzer Georg Prinz zur Lippe. Jetzt zieht er sich aus Thüringen zurück konzentriert sich auf Proschwitz.

Georg Prinz zur Lippe

Quelle: Martin Schutt

Weimar/Meißen. Sachsens Vorzeigewinzer Georg Prinz zur Lippe beendet sein Engagement in Thüringen. Der adlige Chef vom Weingut Schloss Proschwitz bei Meißen hat die vor sieben Jahren in der Nähe von Weimar erworbenen rund 50 Hektar Rebfläche (etwa 100 Fußballfelder) abgegeben. Interessenten gab es in der Vergangenheit einige. Den Zuschlag bekam laut Informationen von MDR Sachsen-Anhalt jetzt die Agrargenossenschaft Gleina im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt). Neben riesigen Acker- und Wiesenflächen bewirtschaftet sie auch 155 Hektar Weinberge an der Unstrut.

Damit endet für den Prinzen ein, wie er es selbst formuliert hat, schwieriges Kapitel. Mit dem Erwerb von Land in Kromsdorf (Landkreis Weimarer Land) stieg er zum größten privaten Winzer des Ostens mit insgesamt fast 140 Hektar Rebfläche auf. Die nötigen Rebrechte für die neuen Flächen in Kromsdorf erhielt zur Lippe dank guter Kontakte in die Politik aus Rheinland-Pfalz, der Heimat von Thüringens ehemaligem Ministerpräsidenten Bernhard Vogel - dieser war zwischen 1992 und 2003 Hausherr in der Erfurter Regierungszentrale. Bislang darf nur neu bepflanzt werden, wenn anderswo Flächen stillgelegt werden. Mit den 50 Hektar des Prinzen verdoppelte sich die sehr kleine Weinanbaufläche Thüringens faktisch.

Vielleicht wegen seiner guten Kontakte, vielleicht auch nur weil er aus Sachsen kommt - das Engagement in Thüringen brachte nicht den gewünschten Erfolg. Trotz zahlreicher Anläufe schaffte zur Lippe es nicht, seinen Thüringer Wein vor Ort zu keltern. Die Trauben mussten ins heimatliche Weingut nach Sachsen gefahren werden, was die Kosten erheblich in die Höhe trieb. Erst scheiterte der Winzer beim Kauf des Kromsdorfer Schlosses, das er zum Weingut umbauen wollte. Dann kollidierte er nach Erwerb der mittelalterlichen Ordensburg Liebstedt mit dem dortigen Förderverein, der die laut eigenen Angaben einzige in Mitteleuropa komplett erhaltene Burg des Deutschen Ritter-Ordens vor dem Umbau schützen wollte. Laut zur Lippe hat sein Betrieb in Thüringen viel Geld in Konzepte gesteckt, die letztlich nicht aufgegangen sind.

Dass nun ausgerechnet die Agrargenossenschaft Gleina jetzt zum Zuge kommt, überrascht. Denn deren Chef Siegfried Boy ist zugleich Präsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut. Jenem Verband also, der in der Vergangenheit so sehr gegen das Thüringer Engagement des Prinzen aus Sachsen gewettert hat, dass dies Wellen bis in die Erfurter Staatskanzlei hinein schlug. Erst später ruderte Verbandschef Boy zurück und bezeichnete das Vorgehen gegen den Prinzen als Fehler.

Die in Thüringen geernteten Trauben sollen künftig in der sachsen-anhaltischen Winzergenossenschaft Freyburg (Burgenlandkreis) verarbeitet werden. Die Agrargenossenschaft Gleina bringt ihre komplette Ernte dorthin. Ob einzelne Weine für Thüringen separat ausgebaut und in Thüringen vermarktet werden, ist noch offen. Andreas Dunte

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