Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
„Wir sind nicht allein!“ – 17.000 Lehrer streiken vor dem Dresdner Finanzministerium

„Wir sind nicht allein!“ – 17.000 Lehrer streiken vor dem Dresdner Finanzministerium

Dresden. Zu der zentralen Kundgebung der Lehrergewerkschaft GEW vor dem Finanzministerium versammelten sich am Dienstag rund 17.000 Pädagogen, Vertreter von Ver.

di und der Polizei-Gewerkschaft. „Unsere Arbeit im Bildungsbereich ist definitiv mehr wert, als bisher gezahlt wird!", betonte Sabine Herold, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Seit Dienstagmorgen sind an vielen sächsischen Schulen die Lehrer in einen ganztägigen Warnstreik getreten.

Vor der am Mittwoch anstehenden dritten Verhandlungsrunde betonten die GEW noch einmal ihre Entschlossenheit zum Streik. „Wir sind nicht allein, auch in Schwerin, Erfurt und Potsdam streiken heute unsere Lehrerkollegen für eine bessere Bezahlung und einfachere Arbeitsbedingungen", so Herold weiter.

Die Lehrer kämpfen für höhere Entgelte und neue Altersteilzeitmodelle. Die Lehrer fordern 50 Euro mehr im Monat und auf den so erhöhten Sockelbetrag eine zusätzliche dreiprozentige Gehaltserhöhung. Außerdem müsse sich dafür eingesetzt werden, den Lehrernachwuchs im Sachsen zu halten. „Es kann nicht sein, dass ein Berufsanfänger in Bayern mehr verdient als ein Kollege mit 20 Dienstjahren in Sachsen", empört sich ein Dresdner Lehrer. „Lasst euch nicht auf Spielchen ein!", fordert Sabine Herold. Auch die Arbeitsbedingungen für Lehrer müssten dringend verbessert werden. Die Klassenverbände seien oft viel zu groß für einen Lehrer.

„Bildung wurde und wird auch in Zukunft von Menschen gemacht. Das kann Gott sei Dank kein Computer übernehmen", betonte eine Vertreterin von Ver.di. Neben den Lehrern waren auch Vertreter der Angestellten an Hochschulen, Lehramtstudenten und Referendare nach Dresden gekommen.

"Auch an den Hochschulen wird immer mehr gespart. Es kann nicht angehen, dass eine wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität nur für eine halbe Stelle bezahlt wird, aber dennoch 40 Stunden in der Woche arbeitet", argumentierte Anne Voss von Ver.di. „Meiner Meinung nach sollte sich der Wirtschaftsaufschwung auch endlich in den Uni-Gehältern niederschlagen", so ein Student der TU Dresden zu DNN-Online.

Auch auf der Rednerbühne kam mit Burkhard Naumann ein Student der Dresdner Uni zu Wort. „Ich stehe hier als Vertreter der Lehramtstudenten der TU Dresden, so Naumann. „Als Lehramtsanwärter ist man an der Universität immer das dritte Rad am Wagen, studiert ins Blaue hinein ohne eine echte Perspektive", empörte sich Naumann. Weiter betonte der zukünftige Lehrer, dass 2010 75 Prozent aller Bewerbungen für ein Referendariat in Sachsen abgelehnt wurden. „Eine Farce im Angesicht des drohenden Lehrermangels!", erklärte Naumann.

Zum Abschluss der Kundgebung trat Sachsens Finanzminister Georg Unland ans Mikrofon. Unter zahlreichen Buhrufen der Demonstranten sprach der Minister von den Tarifverhandlungen als autonomes Recht beider Parteien. „Wir stehen in einem guten Dialog miteinander. Die Verhandlungen verlaufen konstruktiv und sachlich", so Unland weiter. Als deutliches Zeichen ihres Unverständnisses für die Worte Unlands drehten ihm die streikenden Lehrern demonstrativ die Rücken zu. Der Minister beendete nach wenigen Minuten seine Rede.

Wie es mit dem Lehrerstreik weiter geht, hängt entscheidend von den Verhandlungen am Mittwoch ab. Der Pressesprecher der GEW sagte am Morgen auf Anfrage von DNN-Online: „Wir sind für weitere Streiks bereit, sollte es am Mittwoch keine Ergebnisse geben."  

Julia Grubitzsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr