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Wirtschaftsverband: Sachsen ist bei Bildung Spitze - Lehrermangel als Problem

Wirtschaftsverband: Sachsen ist bei Bildung Spitze - Lehrermangel als Problem

Sachsen lässt einer Studie zufolge bei der Bildung die anderen Bundesländer erneut hinter sich. Der Freistaat erreichte bei dem Vergleich der Bildungssysteme der Bundesländer des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wie im Vorjahr den ersten Platz.

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Klassenzimmer in einer sächsischen Schule.

Quelle: dpa

Berlin. Während die regierende CDU das Ergebnis als Bestätigung der Politik der letzten Jahre wertete, nannten Linke, SPD und Grüne sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft das Ergebnis der Studie wenig aussagekräftig.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Bildungsmonitor 2014 hebt sich Sachsen etwa bei der Schulqualität und der Förderinfrastruktur - hierzu gehört unter anderem der Anteil von ganztags betreuten Schülern sowie Kindern von drei bis sechs Jahren - besonders hervor. Zudem vermeide das Land erfolgreich die Entstehung von Bildungsarmut. Dazu zählt unter anderem der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss. „Was sich nach vielen Jahren verantwortungsvoller und nachhaltiger Politik besonders bewährt hat, ist, dass der Freistaat keinerlei Experimente in seinem Bildungssystem vorgenommen hat“, erklärte der Bildungsexperte der CDU-Landtagsfraktion Lothar Bienst. Die zeige sich in dem guten Abschneiden der vergangenen Jahre. 

Der Bildungsmonitor werfe mit seinem ökonomischen Ansatz nur einen sehr beschränkten Blick auf die Bildung, meinte dagegen die sächsische GEW-Landesvorsitzende Sabine Gerold. „Diesem Ansatz liegt ein verengter Bildungsbegriff zugrunde.“ „Wem es genügt, Bildung am Bedarf der Wirtschaft auszurichten und nach Kategorien von Rankings zu beurteilen, der mag sich zufrieden zurücklehnen“, erklärte auch die bildungspolitische Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, Cornelia Falken. Sie verwies auf die zeitliche Nähe der Veröffentlichung der Studie zur Landtagswahl.

„Platz eins in einem fragwürdigem Länderranking nützt uns gar nichts, wenn nach wie vor fast jeder zehnte Schüler die Schule ohne Abschluss verlässt“, monierte die SPD-Bildungsexpertin Eva-Maria Stange. Ähnlich äußerte sich die Grünen Spitzenkandidatin Antje Hermenau. Sachsen profitiere noch von der guten Qualifikation der Lehrkräfte früherer Jahre. Aber: „Die Staatsregierung - nicht nur die amtierende - hat es über Jahre versäumt, die Lehrerausbildung in Umfang und Qualität zukunftsfest zu gestalten. “

Auch die Studie nennt den effizienten Ersatz ausscheidender Lehrkräfte als wichtigste Herausforderung des Freistaat. Auch bei der Integration gebe es Verbesserungsmöglichkeiten - zu diesem Bereich zählt etwa der Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss. Hinter Sachsen folgen auf den Plätzen Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. So sah das Ranking bereits im vergangenen Jahr aus. Auf dem insgesamt 16. und letzten Platz liegt erneut Berlin.

Der Bildungsmonitor wurde zum elften Mal erstellt. Die Studie des IW (Köln) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet „anhand von 12 Handlungsfeldern und 93 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstumskräfte stärkt“. Bei dem jährlichen Bundesländervergleich werden verschiedene Bildungsstudien und Daten von Kultusministerkonferenz und Statistischem Bundesamt ausgewertet. Die Daten der aktuellen Ausgabe beziehen sich den Angaben zufolge zumeist auf das Jahr 2012 oder 2013. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert.

dpa

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